Was macht der Weihnachtsmann eigentlich in Corona-Zeiten?

Trotz allem: Der Weihnachtsmann hat sein Lächeln noch lange nicht verloren. // Foto: Weihnachtsmann-PR

Weihnachtsmärkte müssen geschlossen bleiben, der Glühwein darf nicht dampfen und Bescherung kann nur mit Abstand stattfinden … Was sagt dazu der Weihnachtsmann?

Der Weihnachtsmann ist doch prinzipiell ein positiv denkender Zeitgenosse. Aber die aktuellen Zeiten dürften wohl auch ihm zusetzen?

Wie wahr! Die Lage ist bescheiden, doch nicht hoffnungslos. Zwar habe ich die Rentiere erst einmal heimlich im Zoo untergestellt, hoffe aber, dass ich Heilig Abend für die Bescherung wieder abholen kann. Ich lass mich da nicht beirren, auf jeden Fall wird Weihnachten nicht ausfallen.

Das dürfte natürlich vor allem die Kinder freuen. Hast Du denn trotz all der Schwierigkeiten schon jede Menge Wunschzettel bekommen?

Erstaunlich viele. Und täglich kommen mehr! Den Kleinen sei verraten, dass sie nach wie vor schreiben oder malen können, was sie sich zum Fest wünschen. Ihre Eltern werden dann den Wunschzettel weiterleiten. Die Adresse kennen sie ja …

Musst Du in diesem besonderen Jahr eigentlich mit einer Maske vorm Gesicht zur Bescherung bei den Kindern antreten?

Leider ja. Die ganzen Jahre über war ich stolz darauf, ohne Maske als Weihnachtsmanndurch die Lande zu stapfen. Der Bart ist nämlich echt. Und das haben die Kinder immer auch mal geprüft. Aber dieses Jahr werde ich wohl aus Hygienegründen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, einen weihnachtlich originellen natürlich.

Da kannst Du Dich ja in diesem Jahr eigentlich schon vor Weihnachten mal wieder rasieren …

Das kommt keinesfalls in Frage! Traditionell wird ab Herbstanfang nicht mehr rasiert. Und Traditionen sollte man natürlich immer bewahren. Rasiert wird erst am 24. Dezember abends. Bei Rockmusik und einem guten Tropfen.

Aber zumindest mit öffentlichen Auftritten – wie sonst auf den Bühnen der Weihnachtsmärkte – ist diesmal wohl nun wirklich nicht viel los …

Das ist leider sehr bedauerlich. Die großen und kleinen Weihnachtsmarkt-Besucher in Pirna zum Beispiel, wo ich ja alljährlich auftrete, werden wohl diesmal auf meinen Besuch verzichten müssen. Vielleicht schaue ich aber in Pirna mal incognito vorbei? Aber zumindest einige Kindergärten haben schonmal angefragt, ob ich nun mehr Zeit für die kleinen Racker hätte.

Uns kannst Du es ja verraten: Hast Du mehr Zeit?

Selbstverständlich werde ich an der Tradition festhalten, und wie jedes Jahr in Schulen und Kindergärten vorbeischauen und mir Weihnachtslieder und Gedichte anhören.

Das heißt, Dein Geschenke-Sack ist auch in diesem Jahr prall gefüllt? Die Wichtel waren fleißig?

Das kann man wohl sagen! In der Wichtelwerkstatt gab’s jedenfalls keine Kurzarbeit. Interessant ist, dass dieses Jahr besonders großer Wert bei den Geschenken auf Dinge gelegt wird, die fürs Lernen gut sind. Wie Bücher zum Beispiel.

Hat denn eigentlich der Weihnachtsmann auch ein Lieblingsbuch?

Da gibt es erstmal das klassische Märchenbuch, aus dem ich alle Jahre wieder vorlese. Aber persönlich blättere ich auch gern mal in einem Buch, das nichts mit Weihnachten zu tun. Auch der Weihnachtsmann liebt Krimis…

Zu Deinem Job-Profil gehört, dass Du natürlich immer zu Weihnachten arbeiten musst. Wie feiert eigentlich der Weihnachtsmann Weihnachten?

Ganz beschaulich. Das ist ja eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel hundert Mal ich ein und dasselbe Weihnachtslied oder Gedicht ich gehört habe und wie oft immer wieder dieselbe Musik aus den Lautsprechern klingt. Da setze ich mich mal kurz einfach still in meinen Sessel und denke an die vielen glücklichen Kinder zurück.

Und wie sieht es mit Geschenken für Dich aus?

Meistens ist es so, dass ich vor der Bescherung von den Kleinen und mancher Mutti ein paar selbstgebackene Kekse oder etwas Gebasteltes und Gemaltes bekomme. Zuhause ist natürlich auch eine kleine Bescherung geplant. Ich lasse mich überraschen, verrate aber nicht, was ich meinen Lieben schenke.

Das heißt, der Weihnachtsmann hat eine Familie?

Ja, und die hat sich inzwischen an meinen Jahresend-Job gewöhnt. Und unterstützt mich dabei. Auf jeden Fall freuen sie sich nach den Festtagen auf den verdienten Urlaub.

Urlaub? Verrätst Du uns noch, wo es diesmal hingehen wird?

Wenn es nach mir ginge, würde ich standesgemäß dahin verreisen, wohin sich Weihnachtsmänner sehnen: auf die Oster-Inseln. Aber das ist wohl wegen Corona diesmal nicht möglich. Auf jeden Fall werde ich mir ein ruhiges Plätzchen suchen, um zu entspannen.

Unser Weihnachtsmann Ekkehart Garten schlüpft alljährlich in seinen roten Mantel als Weihnachtsmann auf dem Canaletto-Markt in Pirna und am Heiligen Abend auf dem Hauptbahnhof in Dresden.

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