Sachsens Filmschätze im Herzen Dresdens zu sehen

Foto: SLUB Dresden

Das Landesprogramm SAVE präsentiert Sachsens Filmerbe im „Kulturschaufenster“ am Pirnaischen Platz.

Mit einer außergewöhnlichen Aktion laden die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und der Filmverband Sachsen ab heute, 9. Dezember 2020, dazu ein, Sachsens historische Filmschätze zu entdecken. Bis zum 21. Dezember werden Filmausschnitte, die im Rahmen des Landesprogrammes zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen digitalisiert wurden, in den Schaufenstern des Eckgebäudes Wilsdruffer Straße am Pirnaischen Platz in Dresden gezeigt. Die Filmprojektion ist täglich von 16 bis 23 Uhr zu sehen.

Dr. Achim Bonte, Generaldirektor der SLUB: „Mit der Aktion „Kulturschaufenster“ wollen wir allen Passantinnen und Passanten am Pirnaischen Platz in Dresden in dieser besonderen Vorweihnachtszeit einen kulturellen Lichtblick bieten. Die Filmausschnitte aus den Jahren 1926 bis 1996, unter anderem historische Dresden-Aufnahmen, bescheren vielleicht etwas Freude oder auch Aha-Momente und erschließen dem Digitalisierungsprogramm eventuell sogar weitere Filmschätze aus privater Hand.

Angesichts der Corona-Pandemie haben wir streng auf den Gesundheitsschutz geachtet. So werden die Filme auf die Fenster des Obergeschosses projiziert und sind damit erst aus einiger Entfernung gut erkennbar –für alle, die ohnehin mit sicherem Abstand zueinander an den Haltestellen warten. Daneben lässt sich Sachsens Filmerbe weiterhin permanent und bequem von zu Hause aus entdecken, in der Online-Mediathek der SLUB.“

Historische Filmaufnahmen

Im Kulturschaufenster werden unter anderem Amateuraufnahmen aus dem Archiv Hirsch-Film Dresden gezeigt, die Einblicke in den Lebensalltag der 1930er Jahre vermitteln – zum Beispiel zum Weihnachtsfest in der damaligen Zeit oder Spaziergänge auf der zugefrorenen Elbe; Schmalfilme von den Kapellreisen der Sächsischen Staatskapelle, die der Solobratscher Alfred Schindler von 1955 bis 1983 mit der Handkamera aufnahm; aber auch Aufnahmen von sorbischen Volkstänzen oder der Herstellung von Baumkuchen in einer Bornaer Konditorei 1926. Passend zum Ort des Kulturschaufensters zeigt ein Bericht von Dresden Fernsehen aus dem Jahr 1996 mit einer humorvollen Aktion, welche Umsteigehürden Kinderwagen mit dem alten Fußgängertunnel zu überwinden hatten.

Über das Landesprogramm SAVE

Seit 2019 sichert der Freistaat im Landesprogramm SAVE Sachsens Film-, Video- und Tonschätze. Seitdem wurden 1.800 Filme, Tondokumente und Lokal-TV-Sendungen mit einer Gesamtlaufzeit von 52.000 Minuten und einem Datenvolumen von 88 Terabyte digitalisiert, katalogisiert, langzeitarchiviert und der Öffentlichkeit, wo möglich, rechtssicher zur Verfügung gestellt. Die SLUB und der Filmverband Sachsen koordinieren das Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen. 350.000 Euro pro Jahr stellte das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus 2019 und 2020 zur Verfügung, damit Sachsens Bild- und Tonschätze ins digitale Zeitalter gerettet werden können.

Die an der SLUB angesiedelte Koordinierungsstelle „Sächsisches audiovisuelles Erbe“ berät darüber hinaus kleinere Einrichtungen und vermittelt zwischen Produzenten, Eigentümern und Rechteinhabern. Auch Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung sind willkommen, denn Film- und Tonaufnahmen aus privaten Haushalten gehören ebenso zum sächsischen Kulturerbe.

Interessierte BürgerInnen können sich direkt bei der Koordinierungsstelle melden (save@slub-dresden.de, Tel.:  +49 351 4677-499).

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