Steigende Corona-Zahlen: Kretschmer stimmt Sachsen auf Einschränkungen ein

Steigende Corona-Zahlen: Kretschmer stimmt Sachsen auf Einschränkungen ein
Foto: Robert Michael/Archiv

Die Infektionszahlen in Sachsen steigen von Tag zu Tag. Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Sachsen auf neuerliche Einschränkungen eingestimmt.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hat die Bürger auf schärfere Corona-Regeln eingestimmt. Die Regierung will eine neue Corona-Schutzverordnung beschließen, mit der unter anderem die 2G-Regel ausgeweitet wird – also der Zugang zu Restaurants und Veranstaltungen nur für geimpfte und genesene Menschen. „Die pandemische Lage in Deutschland ist nicht beendet. Im Gegenteil.“ so Kretschmer.

„Wir sind alle müde“, sagte er am Montag bei einer Online-Konferenz mit Medizinern und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). „Aber das Virus nimmt auf die Befindlichkeiten keine Rücksicht.“ Ziel sei es, einen neuen Lockdown zu verhindern sowie Schulen und Kitas offen zu halten. Man brauche eine Sensibilisierung der Bevölkerung.

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen fürchten Mediziner eine Überlastung der Krankenhäuser. Wenn die Entwicklung weiterlaufe wie bisher, erreiche man bereits in 14 Tagen die Überlastungsstufe, erklärte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums in Dresden. Diese tritt ein, wenn mehr als 1.300 Betten auf Normalstationen oder 420 Betten auf Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind, oder die 7-Tage-Inzidenz-Hospitalisierungen 12 erreicht.

Zu wenig Personal in Kliniken

Schon jetzt liege die Zahl der Patienten über der im vergangenen November. Sie träfen in den Klinken auf weniger „betriebsfähige Intensivbetten“ als noch vor einem Jahr, weil es an Personal mangele, so Albrecht. Der Krankenstand in den Klinken sei derzeit hoch, „dazu die Abwanderung von Pflegekräften nach der dritten Welle wegen Erschöpfung und psychischer Belastung“. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit Stand vom Montag werden derzeit 776 Covid-19-Patienten auf Normal- und 199 auf Intensivstationen behandelt.

Nun müsse man Maßnahmen ergreifen und Ungeimpfte zu schützen. Jeder, der keinen Impfschutz habe, werde sich infizieren. Thomas Grünewald, Vorsitzender der sächsischen Impfkommission und Leiter der Klinik für Infektionsmedizin am Klinikum Chemnitz, empfahl ebenfalls die Ausweitung des 2G-Modells, FFP2-Masken beim Einkaufen und im Nahverkehr sowie mehr Tests auch für Geimpfte.

Niedrige Impfquote in Sachsen

Grund für die rasant ansteigende Zahl der Erkrankungen ist auch die niedrige Impfquote in Sachsen. Trotzdem erwägt der Freistaat bisher keine Wiedereröffnung seiner früheren Impfzentren. „Wir haben die Impfzentren geschlossen, weil es keinen Bedarf mehr gab“, so Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Es müsse aber alles getan werden, um den Menschen das Impfen so einfach wie möglich zu machen.

„Dafür haben wir weiterhin zahlreiche unterschiedliche Impfangebote: In Arztpraxen, bei Betriebsärzten, in mittlerweile rund 20 Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren und natürlich durch unsere 30 mobilen Teams. Unsere Impfangebote sind derzeit aber nicht ausgelastet“, sagte die Gesundheitsministerin: „Wir prüfen intensiv, ob es trotzdem Versorgungslücken gibt. Wenn dies der Fall ist, werden wir zusätzliche feste Impfmöglichkeiten einrichten, insbesondere dort, wo die Impfquoten niedrig sind.“

Bisher haben Köpping zufolge 48.277 Menschen eine dritte Impfung erhalten. Die sogenannte Booster-Impfung gibt es beim Hausarzt, in einigen Krankenhäusern sowie bei den 30 mobilen Teams des DRK. Köpping: „Unsere Impf-Angebote sind derzeit aber nicht ausgelastet. Wir prüfen intensiv, ob es trotzdem Versorgungslücken gibt. Wenn dies der Fall ist, werden wir zusätzliche feste Impfmöglichkeiten einrichten, insbesondere dort, wo die Impfquoten niedrig sind.“

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