Ankunftsort für ukrainische Flüchtlinge schließt

Ankunftsort für ukrainische Flüchtlinge schließt
Ende Mai wird die Anlaufstelle für Flüchtende am Hauptbahnhof geschlossen. // Foto: N. Scheid

Am Dienstag, 31. Mai 2022, endet die Arbeit des Anlaufzentrums für ukrainische Geflüchtete am Dresdner Hauptbahnhof.

An dem Anlaufzentrum kommen derzeit kaum noch Geflüchtete aus der Ukraine an. Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann dankt allen, die Geflüchtete am Dresdner Hauptbahnhof willkommen geheißen haben: „Die Lotsinnen und Lotsen haben hervorragende Arbeit geleistet. Das hat die Willkommenskultur in Dresden beflügelt. Die unkomplizierte und vertrauensvolle Kooperation mit Diakonie, Bahnhofsmanagement und Bundespolizei hat sich als Glücksfall für die Geflüchteten erwiesen.“

Der Dresdner Hauptbahnhof entwickelte sich im März und im April 2022 zu einer der größten Ankunftsstellen von ukrainischen Flüchtenden in Deutschland. Im März und April kamen zeitweise bis zu 400 Menschen am Tag an. Um sie zügig und möglichst passgenau an die Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates Sachsen oder in städtische Unterkünfte zu vermitteln, wurde Anfang März die Leitstelle am Dresdner Hauptbahnhof eingerichtet. Das Kooperationsprojekt von Sozialamt und Diakonischem Werk, Stadtmission Dresden gGmbH, beinhaltet auch Auskunft und Beratung zum Ankommensprozess in Deutschland. Dank der engagierten Lotsinnen und Lotsen fanden zahlreiche ukrainische Geflüchtete private Unterkünfte bei Dresdnerinnen und Dresdnern.

Seit Mai 2022 verzeichnet die Stadt einen erheblichen Rückgang der am Dresdner Hauptbahnhof ankommenden Geflüchteten. Aktuell bewegen sich die täglichen Ankunftszahlen im einstelligen Bereich. Sollte die Anzahl der Schutzsuchenden erneut auf das Niveau von März und April 2022 ansteigen, wird die Stadtverwaltung die Reaktivierung der Leitstelle im Hauptbahnhof prüfen. Ungeachtet dessen bleibt die Diakonie im Rahmen der unvermindert fortbestehenden Bahnhofsmission für Reisende, Wohnungslose und Geflüchtete am Dresdner Hauptbahnhof präsent.

Vorübergehender Aufnahmestopp entschärft Lage in Dresden

Seit dem 16. Mai gilt in Dresden ein Aufnahmestopp für Geflüchtete aus der Ukraine. Seitdem habe sich die Lage entschärft, heißt es von den Behörden.

Die Anfragen an die Ausländerbehörde seien stark zurückgegangen. Inzwischen konnten die Beschäftigten die rund 8.000 Registrierungsanfragen, so die Stadt. Damit haben nun alle Schutzsuchenden eine Fiktionsbescheinigung erhalten. Ab Anfang Juniwerden dann die ersten Geflüchteten zu einem Termin eingeladen, um einen elektronischen Aufenthaltstitel zu erhalten.

Im Sozialamt und seinen Außenstellen gehen die Wartezeiten allmählich zurück und die Warteschlangen werden kürzer. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduzieren die Dauer von Vorsprachen bestmöglich. Dennoch bleibt das Sozialamt wichtiger Anlaufpunkt für die Geflüchteten, den viele von ihnen mehrfach aufsuchen müssen (z. B. monatliche Abholung der Leistung, Beantragung neuer Leistungen, wie beispielsweise im Rahmen der Anmietung einer Wohnung oder für notwendige ärztliche Behandlungen). Wartezeiten werden sich daher auch in absehbarer Zukunft nicht gänzlich vermeiden lassen.

Wie viele geflüchtete Ukrainer leben aktuell in Dresden?

In Dresden sind bisher (Stand Mittwoch, 25. Mai) 8.341 Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. 7.129 von ihnen sind privat untergebracht und weitere 1.212 in kommunalen Unterkünften. Dazu zählen die Messe Dresden (292 Personen), Hotels (615 Personen), Turnhallen (140 Personen), Wohnheime (19 Personen) und kommunal angemietete Wohnungen (146 Personen).

Mehr Informationen zur aktuellen Situation und aktuelle Zahlen unter: dresden.de/ukraine-hilfe und diakonie-dresden.de/beratungsstellen

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