Vorlass von Günter Baby Sommer und Ingrid von Kruse in der SLUB

SLUB Günter Baby Sommer
Hat mit der SLUB Dresden seinen Vorlass geregelt: Jazzmusiker Günter Baby Sommer. Foto: SLUB

Erbe ist ein Nachlass, eine Hinterlassenschaft an die Welt oder an seine Nächsten. Wer etwas wichtiges vererben will, ist klug beraten, alles genau zu regeln. So hat es jetzt auch der international renommierte Jazzmusiker Günter Baby Sommer getan. Mit der Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) vereinbarte der 82-Jährige seinen Vorlass bis 2028. Das bedeutet, dass die SLUB sukzessive in den kommenden drei Jahren Material aus mehr als 60 Jahren künstlerischen Wirkens von Günter Baby Sommer übernehmen wird.
In seinem Vorlass befinden sich mehrere hundert Tonträger mit Mitschnitten und Aufnahmen von Konzerten. Darüber hinaus enthält er Konzeptionen zu häufig gattungsübergreifenden Projekten, die Musik und Literatur, Schauspiel, Tanz oder bildende Kunst miteinander verschränken. Außerdem Korrespondenzen mit Günter Grass und anderen Zeitgenossen –Zeugnisse für das oft unkonventionelle Schaffen und Wirken Sommers und damit für die deutsche Kulturgeschichte während und nach der deutschen Teilung. Die Sammlung bietet damit für das wachsende Interesse der Forschung und Praxis am Musikschaffen und Kulturleben der DDR und der Bundesrepublik während der vergangenen Jahrzehnte einen unschätzbaren Fundus an Quellenmaterial. Derzeit schon genutzt wird es beispielsweise zur Erarbeitung einer Biografie durch den Musikwissenschaftler Oliver Schwerdt, der den Vertragsabschluss begleitete.

Günter Baby Sommer wurde 1943 in Dresden geboren. Der Schlagzeuger gehört zur ersten Generation des deutschen Free-Jazz und hat die Szene maßgeblich geprägt. Er ist immer noch aktiv in der Musikszene und lebt mit seiner Frau in Radebeul.


Wir bleiben in der SLUB und widmen uns Ingrid von Kruse. Am 26. Dezember feierte die gebürtige Hamburgerin ihren 90. Geburtstag und auch sie hat ihren fotografischen Vorlass bereits 2022 geregelt, indem sie der Deutsche Fotothek in der SLUB ihr künftiges Erbe vermachte. Anlässlich ihres runden Jubiläums sind unter dem Titel „Das Raunen der Vergangenheit“ in der Cafeteria Bib-Lounge bis 26. Juni Fotografien aus Italien zu sehen, die zwischen 1980 und 1995 in Rom, Ostia, Sizilien und vor allem in Venedig entstanden sind.
Mit einer einfachen, geliehenen Kleinbildkamera reiste Ingrid Kruse 1980 zum ersten Mal nach Rom. Sie war überwältigt, ließ sich staunend treiben auf den Spuren von Winckelmann und Goethe. Und sie machte sich vertraut mit der Kamera. Sie richtete ihr Objektiv auf die Zeugnisse der Antike, verzichtete dabei auf Gesamtansichten, wählte stattdessen enge Bildausschnitte oder fokussierte architektonische Details.

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