Plakataktion macht auf Obdachlosigkeit aufmerksam

Obdachlos
Foto: Pixabay

In Dresden muss niemand im Freien übernachten. Das ist die Botschaft der neuen City-Light-Plakat-Kampagne „Bett statt Bank. Dresden schaut hin!“. Bis 20. Januar weisen 100 Plakate im Stadtgebiet auf das Thema hin. Es ist nach Ende 2022 und Januar 2024 die dritte Kampagne zu diesem Thema. Es geht darum, noch einmal deutlich auf die Situation von obdachlosen Menschen hinzuweisen und andererseits die Hilfen und Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen, die die Stadt für Betroffene bereitstellt.

Obdachlosigkeit in Dresden: Wie sieht es aktuell aus?

Für Menschen ohne Wohnung stehen in der Stadt aktuell in elf Heimen insgesamt 418 Betten sowie in 28 Wohnungen 56 Plätze bereit. Derzeit sind dort 427 Menschen untergebracht. Neben einem Schlafplatz und dem Aufenthalt am Tag, der Möglichkeit zu duschen und der Zubereitung von Mahlzeiten, sind vor Ort Beratungs- und Unterstützungsleistungen angebunden. Für akute Notfälle gibt es 50 Notschlafplätze im Übergangswohnheim auf der Hechtstraße 10. Bis 31. März haben zudem die ökumenischen Nachtcafés in verschiedenen Dresdner Kirchgemeinden geöffnet.

Was tun, wenn Wohnungslosigkeit droht?

Wichtig ist, dass sich Betroffene frühzeitig melden, damit schnell Hilfe möglich ist. Wenn die Räumung wegen Mietschulden droht, unterstützt das Sozialamt bei der Antragstellung auf die Übernahme der Mietschuld. Zudem helfen Mitarbeiter der Wohnungsfürsorge bei der Suche nach preisgünstigem Wohnraum. Alle Gespräche sind vertraulich, Ratsuchende müssen für den Service nichts bezahlen. Beratungsstellen gibt es beim Diakonischen Werk auf der Mohnstraße 43 (0351-8038728 ), beim Striesen Pentacon e.V. auf der ., Ludwig-Hartmann-Straße 40 (0351-3122423),bei der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH auf der Schillingstraße 7 (0351-4207831) sowie beim Verein für Soziale Rechtspflege e.V. auf der Karlsruher Straße 36 (0351-4020822). Hilfe bieten außerdem Tagestreffs, Streetwork, die Bahnhofsmission und die Heilsarmee mit ihrer Kältestreife an.

Sind offizielle Zahlen realistisch?

Wenn in Dresden aktuell 427 Menschen in Obdachlosenunterkünften leben heißt dies nicht, dass diese Zahl die tatsächliche Wohnungslosigkeit in der Stadt abbildet. Denn oft kommen Menschen ohne feste Unterkunft bei Verwandten und Bekannten unter und werden in keiner Statistik erfasst.
Sachsenweit sind mit Stand Januar 6.885 Menschen (davon 1.275 Deutsche, rund 5.600 Ausländer) in Obdachlosenunterkünften untergebracht, darunter 1.865 Frauen. Den Anteil der verdeckt Wohnungslosen beziffern Wohlfahrtsverbände auf etwa 15 Prozent, so dass über 1.000 Personen noch dazukämen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.