Bundesweit gibt es nur fünf Exzellenzzentren für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie (MIC) – und die Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Uniklinikum Dresden gehört jetzt dazu. Sie ist das einzige Zentrum dieser Art in Sachsen. Die DGAV-Zertifizierung gilt zunächst für drei Jahre, danach kann eine Rezertifizierung erfolgen.
Minimal-Invasive Chirurgie wird gern auch als Schlüssellochchirurgie bezeichnet und ist eine OP-Technik, die mit kleinsten Schnitten statt großen Wunden arbeitet. Damit wird nicht nur das Gewebetrauma minimier. Dieses OP-Verfahren führt auch zu weniger Schmerzen, schnellerer Genesung und kürzeren Krankenhausaufenthalten. Am Uniklinikum Dresden kommen dabei die OP-Robotiksysteme Da Vinci und HUGO zum Einsatz.
Moderne OP-Infrastruktur
Jährlich werden an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie mehr als 3.000 Patienten behandelt – überwiegend mit komplexen und onkologischen Erkrankungen. Von den rund 900 minimal-invasiv operierten Eingriffen pro Jahr sind ein Drittel bereits robotisch assistiert. Operiert wird täglich in bis zu neun Operationssälen, darunter gibt es mehrere speziell für minimal-invasive und robotische Verfahren ausgestattete Säle. Dabei ermöglicht es die Robotertechnik, selbst hochkomplexe Operationen präzise und minimal-invasiv durchzuführen. Die Steuerung erfolgt über eine Konsole mit dreidimensionaler Darstellung des Operationsfeldes.
„Seit mehr als zehn Jahren entwickeln wir die minimal-invasive und robotische Chirurgie in Dresden kontinuierlich weiter. Heute verfügen wir über einen der breitesten Erfahrungsschätze in Deutschland“, sagt Prof. Marius Distler, Inhaber der Professur für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und Initiator der Zertifizierung.
Professur stärkt Zukunftsfeld Robotische Chirurgie
Mit dem zunehmenden Einsatz robotischer OP-Techniken reagiert auch die universitäre Lehre: Im Mai 2024 wurde die neu geschaffene Professur für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit Prof. Distler besetzt. Die Professur ist der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie zugeordnet. Die minimal-invasive und robotische Chirurgie erfordert neben operativer Expertise ein tiefes technisches Verständnis sowie strukturierte Trainingskonzepte. Die Professur vermittelt diese Kompetenzen systematisch und bereitet die nächste chirurgische Generation gezielt auf diese hochkomplexen und technologiegestützten Eingriffe vor.
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