Blitzer-Bilanz: Raser spülen 9,65 Millionen Euro ins Dresdner Stadtsäckel

Blitzer Tempomessung Raserei
Die beiden Blitzer-Anhänger erfassten 2025 fast 47.000 Verstöße gegen das geltende Tempolimit. Foto_ LHD

Viele Autofahrer sorgten dafür, dass im vergangenen Jahr 9,65 Millionen Euro ins Dresdner Stadtsäckel flossen. Denn so hoch war die Summe, die die Stadtverwaltung durch „Verstöße im fließenden Verkehr“ – gemeint sind Raserei, Rotlichtfahrten und Handyverstöße – eingenommen hat. Das Geld fließt in den städtischen Haushalt und wird für kommunale Aufgaben verwendet. Im Jahr zuvor waren das neun Millionen.

Stationäre Blitzer: Weniger Verstöße erfasst

Im Dresdner Stadtgebiet sind 24 stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen installiert. Sie erfassten im vergangenen Jahr 76.9809 Verstöße und lösten damit rund 4.900 mal weniger aus als 2024. Der Rückgang zeige, „dass dauerhafte Kontrollen dazu beitragen können, die Geschwindigkeit anzupassen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Wahrscheinlicher ist wohl vielmehr, dass Autofahrer an bekannten, fest installierten Blitzer viel öfters und bewusster vom Gas gehen.
Die meisten Fotos fertigte übrigens der Blitzer an der Güntzstraße auf Höhe des Seniorenwohnheims an, er löste rund 14.000 mal aus. Auf Platz zwei und drei folgen die Messanlage auf der Waldschlößchenbrücke in Richtung Altstadt mit 9.579 sowie die Anlage auf der Pillnitzer Landstraße mit 5.520 Verstößen.

Mobile Blitzer: Deutlich mehr Fotos als 2024

Auch die beiden mobilen Blitzer-Fahrzeuge sorgten an wechselnden Standorten für gute Einnahmen. Sie stellten dabei 61.131 Geschwindigkeitsverstöße fest, das waren 44 Prozent bzw. 18.760 mehr als 2024. Laut Stadtverwaltung ist der deutliche Anstieg auf intensivierte Kontrollen und eine verstärkte Präsenz zurückzuführen.

Blitzer-Anhänger: Prävention durch Präsenz

Eine gute Investition aus Sicht der Verwaltung sind zweifellos die beiden Blitzeranhänger, mit denen 46.983 Verstöße festgestellt wurden. Die Anhänger wurden alle sechs bis sieben Tage an neue Standorte versetzt und fotografierten vor allem vor Schulen, in der Nähe von Pflegeeinrichtungen oder an stark befahrenen Straßen.
Wie die Stadt mitteilt, wurden die beiden Geräte auch dort aufgestellt, wo es zuvor Hinweise von Bürgern auf verstärkte Raserei gegeben habe. Bis auf wenige Ausnahmen sei diese Wünsche erfüllt worden. Eine Mail ans Ordnungsamt reicht – und wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, kann einer der Messanhänger aufgestellt werden.

Extrem-Raserei ist selten, doch sie kommt vor

Dass Geschwindigkeitsmessungen durchaus wichtig sind, zeigen wieder einige Fälle besonders drastischer Raserei. So wurde im April ein Pkw mit 137 Stundenkilometern im Tunner Wiener Platz erfasst. Im Juni raste ein Fahrzeug am Käthe-Kollwitz-Ufer in Höhe des Pflegeheims mit 92 statt der erlaubten 30 km/h und im Oktober hatte es ein Fahrzeugführer am Terrassenufer besonders eilig, als er mit 94 Stundenkilometern durch die 30-er Strecke bretterte. Auch bei einem Verkehrsunfall mit anschließender Fahrerflucht im Dezember letzten Jahres spielte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle: Der Unfallverursacher wurde wenige hundert Meter vom Unfallort entfernt mit 104 km/h bei erlaubten 30 km/h gemessen.

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