Vier Planungsbüros, vier Entwürfe, ein Favorit: Das von Prof. Steffen Marx (TU Dresden) geleitete Expertengremium zum Neubau der Carolabrücke hat sich für den Ersatzneubau einstimmig auf den Entwurf des Planungsbüros Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG (LAP) und Knight Architects geeinigt.
Zum aus insgesamt 26 Personen bestehenden Gremium gehören neben Dresdens OB und Baubürgermeister Stephan Kühn u.a. auch Vertreter von IHK und HWK, der Ingenieur- und der Architektenkammer, es Handelsverbands Sachsen, von ADAC und ADFC, von BUND und NABU sowie der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden an. Dieses „Begleitgremium“ soll für den Stadtrat eine Beschlussempfehlung zu den Brückenentwürfen erarbeiten.
Auf den Plätzen zwei bis vier folgen die Entwürfe von ARGE FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft, Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS sowie Ingenieurbüro GRASSL GmbH und gmp Architekten.
Was Experten beim Favoritenentwurf loben
„Der Siegerentwurf der Planergemeinschaft LAP und Knight Architects erfüllt die umfangreichen Anforderungen und Restriktionen eines Ersatzneubaus am besten“, heißt es in der Begründung des Gremiums. Die gut gestaltete, schlanke sowie transparente Brückenkonstruktion füge sich angenehm zurückhaltend in die historische Dresdner Altstadt ein. Zudem seien alle Nutzungsarten und -anforderungen sowohl auf als auch unter der Brücke und im Bereich der Widerlager sorgfältig erarbeitet und gelöst worden. Vor allem die gitterförmige Gestaltung der Voutenbereiche – also der angedeuteten Brückenbögen – erziele eine eigenständige Identität als „neue Dresdner Carolabrücke“ und schreibe so die Entwicklungsgeschichte beider Vorgängerbauten auf gelungene Weise fort. Bei der Bewertung berücksichtigte das Expertengremium unter anderem die Kriterien Städtebau, Architektur, Denkmalschutz, Verkehr, Tragwerksplanung, Bauzeit, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit.
Bürgerbeteilung: Dresdner können Meinung äußern
Ab 13. Juni startet im Rahmen des „Offenen Rathauses“ die öffentliche Ausstellung der Entwürfe. Die Visualisierungen und Modelle der vier Entwürfe sind in der Agora des Stadtforum, Waisenhausstraße 14, bis zum 17. Juli zu sehen, jeweils Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr.
Außerdem startet am 13. Juni die Online-Beteiligung „carolaVOTE“. Bis zum 19. Juli kann zu den Entwürfen abgestimmt werden.
Im Rahmen der Ausstellung wird es neun geführte Rundgänge geben, bei denen Fragen zu den präsentierten Entwürfen beantwortet werden: 16., 22., 24. und 29. Juni sowie 1., 6., 8., 13. und 15. Juli (jeweils 15 bis 18 Uhr). Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Begleitend zur Ausstellung sind im Zeitraum von 15. Juni bis 15. Juli mehrere Veranstaltungen und Themenwochen im Stadtforum geplant. Dazu gehören vier thematische „Brückencafés“. An der Kaffeebar des Stadtforums in der Agora können Interessierte mit Fachleuten ins Gespräch kommen, die Themen werden noch bekannt gegeben. Geöffnet ist das Brückencafé am 24. Juni, 1., 8. und 15. Juli jeweils 16 bis 18 Uhr. Auch hier ist eine Anmeldung nicht nötig, die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligungen werden schließlich am 7. August in einer Pressekonferenz vorgestellt. Danach erarbeitet das Begleitgremium bis 18. August eine Empfehlung für den Stadtrat zur Auswahl eines Siegerentwurfs. Der Stadtrat soll am 3. September entscheiden, welches Planungsteam gewonnen hat.