Gebadet wird in der Kiesgrube Leuben schon seit vielen Jahrzehnten, aber bisher ist das eigentlich verboten und damit illegal. Mit der Bundesgartenschau 2033, die in Dresden ausgerichtet wird, soll sich das ändern.
Denn nun liegt eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung einer geregelten unbewachten Badestelle am südlichen Leubener Kiessee vor und die besagt: Eine offizielle Badestelle mit dem Hinweis „Baden auf eigene Gefahr“ ist realisierbar. Natur-, Wasser- und Hochwasserschutz bleiben gewahrt.
So wird die Kiesgrube zur offiziellen Badestelle
Der See ist künstlich entstanden und deshalb braucht es eine Allgemeinverfügung der Stadt, um ihn als Badestelle zu definieren. Denn ungefährlich ist die Kiesgrube nicht. So fällt zum Beispiel die Böschung unter der Wasseroberfläche steil ab, da sie nicht zum Baden angelegt war.
Die zentralen Ergebnisse der Studie wurde Anfang der Woche offiziell vorgestellt. Sie besagt, dass die geotechnische Standsicherheit der Uferbereiche nachgewiesen und auch ein geeigneter Strand- und Seegrund vorhanden ist. Der Plan der Stadt sieht vor, das Nordufer als Naturschutzzone zu sperren – zum Teil mit Zäunen, vor allem aber auch durch Schilfbepflanzung an der Böschung. Schilder sollen die dann erlaubte Badezone ausweisen. Auch auf diesen wird es aber heißen: „Baden auf eigene Gefahr“. Eine Überwachung durch Bademeister ist nicht vorgesehen. Bojen sollen die Schwimmfläche markieren und den Badebereich von der Wasserskianlage trennen. Ergänzt wird die Badestelle mit Sitzgelegenheiten und Fahrradabstellmöglichkeiten. Dauerhafte Hochbauten oder größere Versiegelungen sind nicht vorgesehen. Insgesamt geht die Studie davon aus, dass die nutzbare Strandfläche zwischen 3.200 bis 4.500 qm liegen wird und bis zu 400 Personen Platz bieten kann.
Der Servicebereich der Wasserskianlage soll wieder zurück an den See rücken, wie es auch der Stadtrat gefordert hatte. Das geht, wenn Flächen im Naturschutzgebiet getauscht werden. Der Betreiber der Anlage will auch gerade für die nötigen Mülleimer und die Toiletten mit der Stadt kooperieren.
Eine Hürde hat die Stadt schon beseitigt. Wichtige Flächen am Kiessee, die bisher anderen Eigentümern gehörten, wurden gekauft. Auch das galt lange als Hindernis, um eine legale Badestelle zu errichten.
Zeitplan und Kosten
Die Kosten teilt die Stadt in zwei Bereiche auf. Da sind zum einen eine knappe halbe Million Euro Investitionskosten, die die Stadt aufbringen muss. Der größte Teil davon, rund 294.000 Euro, dürfte der Landschats- und Naturschutz kosten. Der Liege- und Badebereich ist mit 66.100 Euro geplant, für Planung und Projektsteuerung sind 110.000 Euro angesetzt. Etwa 100.000 Euro für die Pflanzungen von Schilf sowie den Rückbau der Trampelpfade.
Pro Jahr kommen dann rund 70.000 Euro pro Saison dazu, um die unbewachte Badestelle zu pflegen, zzu warten und die Anlage zu kontrollieren.
Ein weit größerer Teil ist aber für die Entwicklung des Gebiets im Rahmen der Bundesgartenschau veranschlagt. Hier geht man von einem Investitionsbedarf von rund 19 Millionen Euro aus. „Wir wollen hier einen Ort schaffen, der Erholung, Bewegung und Naturerlebnis verbindet – und das im direkten Wohnumfeld“, sagt Marcel Timmroth, Geschäftsführer der BUGA Dresden 2033 gGmbH.
Beim Zeitplan gibt es noch keine konkreten Aussagen. „Deutlich vor der Bundesgartenschau 2033“ soll der Kiessee zur Badestelle werden, heißt es nur.
In der nächsten Phase nach der Studie sollen vertiefende Planung sowie die Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens folgen. Nach Fertigstellung geht die Badestelle in die Zuständigkeit des Eigenbetriebs Sportstätten Dresden über. Damit ist eine dauerhafte fachliche Betreuung und Einbindung in die bestehende Sport- und Freizeitstruktur der Landeshauptstadt Dresden gesichert.
Die Kiesgrube an der Pirnaer Landstraße entstand ursprünglich durch Kiesabbau im 20. Jahrhundert. Das Areal ist heute in zwei Seen unterteilt: Kiesgrube Süd und Nord, wobei letzterer zum Tauchen und Angeln genutzt wird. Seit 2005 gibt es hier außerdem eine Wasserski- und Wakeboardanlage.