Grossmann200 – Denkmal für einen Wegbereiter

Uhrenmuseum Glashütter
Eine neue Sonderausstellung erinnert im Uhrenmuseum Glashütte an den Uhrmacher Moritz Grossmann. Foto: René Gaens

Er gehört zu den Gründervätern der Glashütter Uhrenindustrie: Moritz Grossmann. Geboren wurde er vor 200 Jahren, am 27. März 1826, in Dresden. Die Ende Juni eröffnete neue Sonderausstellung „Grossmann200“ rückt den begnadeten Uhrmacher so ausführlich wie noch nie in den Mittelpunkt.

Wer war MoritzGrossmann?

Moritz Grossmann hat die deutsche Uhrmacherei nachhaltig geprägt und begründete ihr internationales Ansehen mit. Dabei war er weit mehr als ein herausragender Uhrmacher: Er war ein erfolgreicher Fabrikant, versierter Techniker, genialer Erfinder und ein leidenschaftlicher Lehrer.
Als Gründer der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte schuf er eine Institution, die Wissen systematisch vermittelte und die Uhrmacherei vom reinen Erfahrungsberuf zu einer fundierten technischen Disziplin weiterentwickelte. Von ihm gebaute neuartige Werkzeuge und Messgeräte – insbesondere mit metrischen Anzeigen – setzten sich in der Uhrenfertigung durch und ihre Anwendung wurde in der Lehre vermittelt.

Auch als Autor und Theoretiker hinterließ Moritz Grossmann Spuren. Seine Schriften zeugen von einem tiefen Verständnis mechanischer Zusammenhänge und von dem Wunsch, Wissen zugänglich und überprüfbar zu machen. Darüber hinaus war er zeitlebens in Glashütte auch auf kommunaler Ebene stark engagiert, sei es als Stadtrat, als Gründungsmitglied der freiwilligen Feuerwehr oder als Initiator zahlreicher Vereine.

Uhrenmuseum Glashütter
Uhr von Moritz Grossmann Foto: René Gaens

Er hätte ein Denkmal verdient

Grossmanns Verdienste blieben unvergessen, so dass ihm drei Jahrzehnte nach seinem Tod (er starb 1885 überraschend in Leipzig mit nur 59 Jahren) ein Denkmal in der Uhrenstadt gesetzt werden sollte. Realisiert wurde das Vorhaben jedoch nicht. Die insgesamt zehn Entwürfe von damals blieben aber erhalten und schlummerten bis jetzt im Archiv. Mit der aktuellen Sonderausstellung werden sie nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Man darf gespannt sein, an welcher Stelle in Glashütte das Denkmal hätte stehen sollen und wie es hätte aussehen können.
Mit der Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte im Jahr 1878 hat sich Moritz Grossmann zu Lebzeiten jedoch selbst ein Denkmal gesetzt. Auch heute noch werden im Gebäude, dass nicht nur Uhrenmuseum ist, Lehrlinge ausgebildet. Zur Eröffnung des Deutschen Uhrenmuseums im Jahr 2008 zog auch die „Glashütte Original Uhrmacherschule Alfred Helwig“ ins Gebäude, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Sonderausstellung „Grossmann200“ im Uhrenmuseum Glashütte, Schillerstraße 3a,
geöffnet Mi–So von 10–17 Uhr,
www.uhrenmuseum-glashuette.com