Polizeischutz für Dresdner Kunstwerk

Die Dresdner Polizei bewacht das umstrittene Kunstwerk auf dem Neumarkt. Foto: Una Giesecke

Sie sind geschätzt 15 Meter hoch, die drei Hochkant-Schrottbusse auf dem Dresdner Neumarkt, den die über 90 Meter hohe Frauenkirche dominiert. Das Anti-Kriegs-Monument des Künstlers Manaf Halbouni, Sohn einer Dresdnerin und Absolvent der benachbarten Hochschule für Bildende Künste, polarisiert seit seiner Errichtung (DAWO! berichtete) das Publikum.

Kritiker sehen darin eine Schmälerung des Gedenkens an die Dresdner Bombentoten vom 13. Februar 1945; Befürworter empfinden es als zeitgemäße Ergänzung und Blickerweiterung auf die aktuellen Zivilopfer in Syrien.

Fotos von der Barrikade aus drei senkrechten Buswracks aus den Straßen Aleppos waren 2015 um die Welt gegangen. Das Motiv inspirierte den in Syrien geborenen Bildhauer, zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens eine Brücke zum Nahen Osten zu schlagen, wo Zivilisten hinter solchen Fahrzeugen Schutz vor Heckenschützen suchen.

Es sei nichts anderes als ein „Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit. Ich habe keine weitere politische Message. Das Ganze soll ein Friedensmahnmal werden“, sagte er gegenüber 3sat. „Es soll daran erinnern, wie gut es uns heute geht, dass Dresden den Schmerz überwunden und die Stadt wiederaufgebaut hat. Es soll ein Zeichen sein, dass es weitergeht – trotz aller Zerstörung“.

Nachdem rund hundert Pegida-Anhänger die Einweihung lautstark gestört hatten und inzwischen offene Internet-Anfeindungen kursieren, bewacht die Dresdner Polizei derzeit das umstrittene Kunstwerk.

Das ausschließlich aus Spenden, Stiftungsgeldern und dem Honorarverzicht des Künstlers finanzierte „Mahnmal gegen Krieg und Gewalt in jeglicher Form“ wie Christiane Mennicke-Schwarz, Leiterin des Kunsthauses Dresden, es nennt, steht noch bis Anfang April in Sichtweite der als Mahnmal wiederaufgebauten Frauenkirche.

Das Kulturhauptstadtbüro lädt zum konstruktiven Dialog über die beiden umstrittenen Kunstprojekte „Monument“ und „Lampedusa 361“. Dazu findet am Donnerstag, 16. Februar, von 18 bis 20 Uhr ein Bürgerforum im Lichthof des Verkehrsmuseums statt (Augustustraße 1, Neumarkt). Der Eintritt ist kostenlos.

www.dresden.de/kulturhauptstadt

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