Ostern international: Vom „Maundy Thursday“ bis zur Majiritsa-Ostersuppe

Finnische Osterhexe mit geschmückter Rute. (Foto: Archiv)
Finnische Osterhexe mit geschmückter Rute. (Foto: Archiv)

Ostereier suchen, Schokohasen, Ostermessen – so feiern wir hierzulande Ostern. Besonders in Sachsen gibt es eine Vielzahl von traditionellen Osterbräuchen, wie Osterblasen, Osterreiten, Eier kunstvoll verzieren, Osterschießen und vieles mehr. Doch wie wird im Ausland Ostern gefeiert? Hier eine kleine Auswahl an internationalen Osterbräuchen.

Polen
Am Ostermontag heißt es in verschiedenen Regionen Polens – aufgepasst! – denn es könnte nass werden. Am „Tag des Wassergießens“ werden Vorbeikommende kalt geduscht. Diese soll nicht nur erfrischen, sondern auch Glück bringen.

Großbritannien
Die Ostereier haben es auch in Großbritannien nicht leicht: Beschriftet mit den Namen der Kinder werden sie in einem Sieb geschüttelt, bis sie kaputt gehen – das letzte unbeschädigte Ei gewinnt. Ansonsten geben sich die Briten typisch skurril: Die Waliser steigen am Ostersonntag bei Sonnenaufgang auf einen Hügel und schlagen Purzelbäume; die Schotten veranstalten keltische Osterfeuer; die Engländer tätscheln einander mit Weidenkätzchen und lassen Eier einen Hügel hinunterrollen. Selbst die Queen mischt mit: Am „Maundy Thursday“ verteilt sie – ihrem Alter entsprechend – jeweils 90 Pence in weißen Portemonnaies an 90 arme Pensionärinnen und Pensionäre.

Am „Maundy Thursday“ gibt es 89 Pence von der Queen. Foto: Archiv
Am „Maundy Thursday“ gibt es 89 Pence von der Queen. Foto: Archiv

Spanien
Typisch für Spanien sind die Prozessionen aus Andalusien. Die Katholiken tragen dabei Heiligenfiguren aus Holz durch die Straßen. Gekleidet sind sie mit langen Kutten und Spitzhauben. Die Spanier begleiten sozusagen Jesus Christus auf seinem Leidensweg zur Kreuzigung. Während der Prozessionen singen die Gläubigen die „Saeta“. Sie ist ein mit dem Flamenco verwandter Bittgesang.

Österreich
Am Gründonnerstag (Antlasstag) wird vermehrt Grünes gegessen (Spinat). An diesem Tag gelegte Eier gelten als Glück bringend und Unheil abwehrend (Antlasseier). In Österreich ist der Palmsonntag für die Kinder besonders wichtig. Sie bitten für gutes Wachstum, indem sie mit Bändern, Brezeln und Äpfeln geschmückte Palmstangen zur Kirche tragen.

Italien
Landesweit gibt es auch in Italien Osterprozessionen. Diese Tradition wird in manchen deutschen Städten von den hier lebenden Italienern auch heute noch gepflegt. An den Osterfeiertagen lässt sich bei den Italiener zwar der Osterhase nicht blicken, aber Ostereier gibt es dort auch. Die werden allerdings nicht versteckt – man nimmt sie mit zum Marktplatz. Dort trifft man sich, um mit den Eiern zu spielen. Dabei geht es darum, die Eier der Gegenspieler kaputt zu machen. Einige Spezialitäten der Osterzeit sind süßes Gebäck in Form einer Taube und herzhafte, mit Gemüse und Ei gefüllte Kuchen.

Skandinavien
Einen gewissen Unterhaltungseffekt haben Ostertraditionen auch in Finnland, vor allem für die Kinder. Sie laufen als Hexen verkleidet von Haus zu Haus und sammeln für ihre Sprüche Süßigkeiten ein. In Finnland gibt es statt Picknick Schläge, aber nur sanfte: Zur Erinnerung an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde, schlagen die Finnen ihre Freunde und Bekannten leicht mit einer Birkenrute.
In Schweden bringen Osterküken den Kindern Süßigkeiten. Hier gehen die Frauen, die noch Ihren Liebsten erobern wollen, nachts heimlich an eine Quelle um das Osterwasser zu holen. Wenn die beim Holen kein Wort gesagt, und es dann auch noch geschafft haben, den schlafenden Liebling mit dem Wasser zu besprengen ohne dass er es merkt, dann steht dem Zukunftsglück nichts mehr im Wege. Außerdem wird in Schweden das Osterfest mit Feuerwerkskörpern und Lärm begrüßt. Symbolisch werden die bösen Osterhexen am Osterfeuer verjagt

Bulgarien
Auch in Osteuropa spielen Ostereier eine Rolle. In Bulgarien zum Beispiel hat das Färben der Eier große Tradition. Das erste Ei ist immer rot, ein Symbol für das Blut Jesu. Mit dieser Farbe wird ein Kreuz auf die Stirn der Kinder gemalt. Das bringt Glück.

Tschechien
In Tschechien müssen sich die Männer ihre Ostereier erst einmal verdienen: hier ist es die männliche Spezies, die am Ostermontag von Tür zu Tür wandert und Ostergedichte vorträgt. Mit dabei ist eine mit farbigen Bändchen verzierte Rute, mit der der Dame des Hauses symbolisch auf den Po gehauen wird – dafür gibt es dann bunte Eier und ein Schnäpschen.

Kroatien
In Kroatien gehört zum Ostersonntag das Osterbrot. Das wird am Vortag gebacken und mit Eiern garniert. Am Ostersamstag wird das Brot mit in die Kirche genommen und gesegnet. Am Ostersonntag essen es die Kroaten mit Schinken, Käse und Kräuterquark zum Frühstück.

Irland
Viele Osterbräuche weltweit erscheinen uns skurril, doch neben bunten Straßenumzügen und historischen Theaterspielen gibt es gerade in Irland zu Ostern einen der seltsamsten Bräuche: Hier findet am Ostersonntag in den Dörfern eine feierliche Prozession auf einer Wiese statt. In vorher ausgehobenen kleinen Gräbern werden dort Heringe begraben! Dies symbolisiert das Ende der Fastenzeit, während der anstatt Fleisch nur Fisch gegessen werden durfte.

Griechenland
Das orthodoxe Osterfest fällt nicht immer auf das selbe Datum wie das christliche Osterfest. Das liegt an den verschiedenen Kalendern, die die verschiedenen Kirchen benutzen. In diesem Jahr ist es eine Woche später. Für die Orthodoxe Kirche ist das Osterfest das wichtigste Fest des Jahres, sogar wichtiger als Weihnachten.
Am Karfreitag geht es zur Prozession, Samstagnacht zur Auferstehungsfeier. Am Ostersonntag ist dann auch hier Feiern angesagt: ganze Lämmer werden gegrillt oder im Holzofen gebraten, man bereitet eine Spezial-Ostersuppe (Majiritsa) zu und es werden Tsourekia, das sind Hefezöpfe und Eier verspeist.

Mexiko
Die Mexikaner begehen Ostern ausgiebig – die Feier dauert fast zwei Wochen und hat den Charakter eines Volksfestes. Die Straßen sind mit Girlanden geschmückt, überall ist Musik zu hören, die Menschen tanzen ausgelassen. Ruhig und andächtig dagegen ist der Karfreitag, wenn am Vormittag die Kreuzigungsszene nachgestellt wird und am Nachmittag Prozessionen durch Dörfer und Städte ziehen.
In vielen südamerikanischen Ländern gehen die Menschen am Gründonnerstag von Kirche zu Kirche. Sieben Kirchen gilt es zu besuchen. Die Zahl sieben spielt auch beim Essen eine Rolle, denn auch sieben fleischlose Gerichte sollten während der Osterzeit gekocht werden.

USA
In den USA ist die traditionelle „Easter Parade“ auf der Fifth Avenue in New York zu bestaunen. Die Amerikaner verkleiden sich und fahren auf mit Blumen geschmückten Wagen durch die Straßen. Eine witzige Sitte ist das Eierrollen (The White House Easter Egg Roll), das am Weißen Haus in Washington stattfindet. Dolley Madison (Gattin von President James Madison) soll etwa um 1810 auf dem Gelände des Capitols das öffentliche Osterreier-Rollen für Kinder initiiert haben. Am Ostermontag wird ein Gartenstück zur Spielwiese und Dutzende von Eiern rollen hinunter. Jeder Teilnehmer erhält als Dankeschön ein vom Präsidenten und seiner Ehefrau signiertes Holzei.

Israel
In Israel wird das Passahfest gefeiert.
Die Wohnung muss blitzeblank sein, kein Krümel darf herumliegen. Zum Festmahl gibt es Osterlamm, bittere Kräuter und süße Saucen. (ekg)

Fotos: Archiv
Finnische Osterhexe mit geschmückter Rute
Easter Bilby – der australische Osterhase
Am „Maundy Thursday“ gibt es 89 Pence von der Queen
Kunstvoll bemaltes Osterei in Zagreb
Irland kennt skurrile Osterbräuche – und farbenfrohe Kostüme beim Osterumzug

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