Sicherheitswesten für Grundschüler in Dresden

Mit den reflektierenden Neon-Westen sind die Kleinen besser zu sehen. Foto: ADAC / Jürgen Lösel
Mit den reflektierenden Neon-Westen sind die Kleinen besser zu sehen. Foto: ADAC / Jürgen Lösel

Aktuell verteilt die ADAC-Stiftung in Sachsen über 36 000 – von bundesweit 760 000 – Sicherheitswesten an Schulanfänger. Zum Auftakt war am 17. September Sachsens Kultusminister Christian Piwarz an der 95. Grundschule „Caroline Neuber“ in Dresden zu Gast. Gemeinsam mit Vertretern der Aktionspartner überreichte er die Westen an 104 ABC-Schützen. „Der beste Schutz für unsere Schulanfänger ist es, gesehen zu werden“, so Piwarz. In der Dämmerung sind die neonfarbenen Westen mit Reflektoren bis zu 150 Meter für Autofahrer erkennbar. „Das ist fünf Mal so weit wie dunkel gekleidete Kinder.“ Der Minister verwies zudem darauf, dass die Verkehrserziehung im Lehrplan der Grundschule fest verankert sei. So werden in der ersten bis vierten Klassenstufe im Fach Sachunterricht die wichtigsten Verkehrsregeln und das verkehrsgerechte Verhalten vermittelt. Grundschüler können oftmals die Gefahren im Verkehr noch nicht richtig abschätzen; aufgrund ihrer Körpergröße fehlt ihnen zudem der Überblick. Hinzu kommt, dass das Richtungshören noch nicht ausgeprägt und das Sichtfeld eingeschränkt ist. So können die Kinder herannahende Wagen „aus dem Augenwinkel“ nicht immer erkennen.

Eltern müssen mitziehen

Die besser sichtbare Weste gibt Kindern und Eltern zusätzliche Sicherheit, wenn jetzt im Herbst viele Erstklässler zum ersten Mal bei Dunkelheit den Schulweg meistern müssen. Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen, sieht aber vor allem auch die Eltern der Kleinen in der Verantwortung. „Die Sicherheitsweste erfüllt nur ihren Zweck, wenn sie getragen wird. Das sollte selbstverständlich werden.“ Den Versand von 30 000 Paketen an 16 000 Grundschulen übernimmt alljährlich die Deutsche Post DHL kostenfrei als Kooperationsbeitrag. „Wir als Logistiker sorgen wir dafür, dass die Sicherheitswesten überall dort ankommen, wo sie gebraucht werden: direkt in den Grundschulen“, so Ina Bittrich, Abteilungsleiterin Verkehr der Deutschen Post Niederlassung Dresden.

Truckerfahrer erklärt Kindern den toten Winkel

Im Rahmen von einem persönlichen Engagement ist auch der Kraftfahrer Martin Semetzky aus dem Kreischaer Ortsteil Sobrigau seit nun bereits 20 Jahren mit seinem Lastwagen unterwegs. Der Vater von drei Kindern macht sich Sorgen. Denn jeder Unfall sei einer zu viel, so meint er und engagiert sich im Rahmen der Verkehrserziehung. Er möchte vor allem Kinder für die Gefahren im Zusammenhang mit dem sogenannten Toten Winkel sensibilisieren. Darum hat er zum Beispiel mit der Grundschule Kreischa Ende September ein Pilotprojekt gestartet. Dazu kam er mit seiner Zugmaschine extra zur Schule gefahren. Zunächst erklärte er den Toten Winkel. Dann durften die Kinder und Lehrer mal im Fahrerhaus Platz nehmen und selbst live erleben, welches Sichtfeld die Truckerfahrer auf ihrem Sitz überhaupt zur Verfügung haben. Ein Schulkind hat im Zweifel nicht den Hauch einer Chance. Denn bei dem vor Ort nachgestellten, nicht einsehbarem Sichtfeld vor und neben dem Laster (Toter Winkel), passen gut und gerne bis zu 42 Schüler hinein. Das zu demonstrieren, ist Kraftfahrer Semetzky sehr wichtig. „Ich empfehle Fußgängern, Rad- und Lkw-Fahrern in solchen Situationen gegenseitig Augenkontakt zu suchen“, erklärt Semetzky. „Ich komme mit dem Lkw auch an andere Schulen in Dresden und Umgebung, um auf diese Gefahren hinzuweisen und sie zu demonstrieren“, sagt der 38-Jährige. „Denn ich erlebe solche Situationen fast jeden Tag auf den Straßen.“

Schulleiter und Klassenlehrer, die auch gern einmal solch eine Demonstration mit dem Kraftfahrer Martin Semetzky und dessen Lastwagen bei sich in der Einrichtung durchführen möchten, können ihre Anfragen gern per E-Mail an ihn wenden unter martin_semetzky@web.de. 

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