Ganz knapp gescheitert – Militärhistorisches Museum widmet sich dem Hitler-Attentat

Das war knapp. Nur ein Meter fehlte, und Hitler wäre tot gewesen. Am jenem 20. Juli 1944 scheiterte Stauffenbergs Attentat, weil das Tischbein die Detonationsrichtung ablenkte und die Explosion der sprengstoffgeladenen Aktentasche unterm Lageplan stattdessen vier andere Männer im Führerhauptquartier Wolfsschanze traf. Den Besprechungsraum der Lagebaracke kann man zurzeit in einer Sonderschau selbst betreten. Das Militärhistorische Museum zeigt das Filmrequisit aus Babelsberg, angefertigt für den Spielfilm „Operation Walküre“ mit Tom Cruise von 2008. „Nach den Dreharbeiten sollte die Kulisse entsorgt werden. Da haben wir sie uns gesichert“, erzählt Pressesprecher Hauptmann Fabian Friedl.

Elf Jahre später, zum 75. Jahrestag des Staatsstreichversuchs, bilden die Baracke und zugehörige Filmausschnitte sowie 22 Plakate den Kern einer Sonderausstellung. Die Anschauungstafeln hängen zurzeit auch in
120 Bundeswehrstandorten im In- und Ausland und zeigen, welch breiten Rückhalt der Widerstand gegen den Diktator in der Zivilgesellschaft gefunden hatte.

Von langer Hand geplant

Elf Jahre lang, seit 1938, hatte ein aktives Netzwerk aus rund 200 Personen, darunter neben ranghohen Militärs eben auch Frauen, Diplomaten und Arbeiterführer, systematisch auf den Sturz des NS-Unrechtsregimes hingearbeitet und den Aufbau eines zivilen Rechtsstaats vorbereitet. Anhand von 14 exemplarischen Porträts, Schauvitrinen und einer Fotowand mit Aufnahmen aus dem vorletzten Kriegsjahr von Ost-, West- und Heimatfront wird die düstere Atmosphäre dieses finsteren Kapitels deutscher Geschichte nachfühlbar. Der Eintritt zur Sonderschau ist frei. Mehr über andere Attentatsversuche und die Opposition im Untergrund zeigt die sehenswerte Dauerausstellung. Una Giesecke

„Der Führer Adolf Hitler ist tot“, bis 3. Dezember, Militärhistorisches Museum, Olbrichtplatz 2, täglich außer Mi., 10 bis 18 Uhr, Mo. bis 21 Uhr, www.mhmbw.de

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