„Ernährung der Menschheit revolutionieren“

Quendt QioBack
Matthias und Heike Quendt stellen im QioBack-Geschäft Ringstraße 5 ihre „Le Snägg“ her Foto: Pönisch

Matthias Quendt hat große Ziele. Früher stellte er im Familienbetrieb Dr. Quendt Russisch Brot, Stollen und Dominosteine her. Jetzt denkt er in anderen Kategorien – mit der Markte QioBack und seinen „Le Snäggs“.

Weißmehl und Zucker waren gestern. Heute dreht sich bei Matthias Quendt alles um Ackerbohne, Blaue Lupine und Körnererbse. Und darum, „die Ernährung der Menschheit zu revolutionieren“.


Matthias Quendt meint es ernst. Nach dem Verkauf des Familienunternehmens Dr. Quendt 2014 an den Aachener Süßwarenhersteller Lambertz hat er sich neu orientiert. Der Lebensmittelbranche blieb der 55-Jährige zwar treu, doch innerhalb selbiger hat er sich quasi neu positioniert.


Gemeinsam mit seiner Frau Heike (52), einer studierten Ernährungswissenschaftlerin, gründete er die Firma Quendt Food Innovation (QFI). Beide widmeten sich in den vergangenen sieben Jahren in ihrem Freitaler Labor mit viel Mut, Leidenschaft, Experimentierfreude und letztlich auch mit einem guten Teil des Verkaufserlöses der neuen Herausforderung „Welternährung“. Heraus kamen „Le Snägg“, die neue Marke QioBack und ein eigenes Geschäft in der Altstadt Dresdens.


Leguminosen und regionale Herstellung sind die Zukunft


„Le Snägg“ erinnern in Form und Größe an die Blätterteigpastetchen für Würzfleisch. Nur, dass sie halt nicht mit irgendeinem Getreidemehl hergestellt wurden, sondern aus Leguminosen. „Also aus Hülsenfrüchten, in unserem Fall aus Ackerbohnen, Lupinen und Körnererbsen“, erklärt Matthias Quendt. „Die enthalten sehr viele Proteine und Ballaststoffe und haben einen hohen Eiweißgehalt. Und einen großen Vorteil: Sie wachsen in der Region zwischen Görlitz und Grimma.“ Zu Mehl verarbeitet werden die Hülsenfrüchte in der Rätzemühle in Spittewitz und zu Teiglingen geknetet und gefüllt in der gläsernen Backstube im neuen QioBack-Laden in der Ringstraße 5. „Derzeit haben wir drei Sorten Le Snägg im Angebot, gefüllt mit Pilz-Bergkäse, Erbse-Basilikum und Paprika-Feta.“ Auch diese Kreationen stammen aus der Quendtschen Experimentierküche.

Quendt QioBack
Würzige Craker und süße Waffeln ergänzen das neue Angebot auf Leguminosen-Basis. Foto: Pönisch


Außerdem finden sich in den Regalen noch würzige Cracker aus grünen Erbsen und Ackerbohnenmehl, verfeinert mit Garam Marsala, Kürbiskernen und Kurkuma oder Rote Beete und Chili. Süßes kommt in Form von Waffeln aus Maisstärke und Kichererbsen- und Hafermehl daher, gefüllt mit Kakao-Haselnuss, Sesam-Salz oder Rote Beete-Rosmarin. Insgesamt zwölf Produkte gibt es unter dem Label QioBack bisher, viele weitere sollen noch dazu kommen.

Matthias Quendt vergleicht seinen Einsatz für neuartige, gesunde und lokal hergestellte Nahrung mit der Besiedlung von Amerika: „Man muss neue Wege gehen, Mut haben und daran glauben.“ Seine Söhne Jonathan (26), Leonard (22) und Emanuel (21) weiß er auf diesem Weg hinter sich. Sie gehören längst zum siebenköpfigen QFI-Firmenteam, das bereits an die Verarbeitung von Algen und Treber (Rückstände von Malz bei der Bierherstellung) denkt. Carola Pönisch

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.