Ausstellung im Dresdner Schauspielhaus zu Einzelschicksalen des 13. Februars 1945

Ausstellungstafeln im Foyer des Dresdner Schauspielhauses Foto: Una Giesecke

Wer dieser Tage ein Vorstellung im Dresdner Schauspielhaus besucht und nicht gerade auf den letzten Drücker kommt, dem sei der Lesestoff einer beachtenswerten Ausstellung im Foyer empfohlen. Seit dem
19. Februar bis zum 19. März listen dort Bild-und-Text-Tafeln 19 ausgewählte Einzelbiografien auf. Sie breiten eine beispielhafte Palette an Schicksalen aus, die sich hinter den anfänglich 19.000 namentlich bekannten Toten der Bombardierung Dresdens am 13., 14. und 15. Februar 1945 verbergen.

„Neunzehn Namen aus Neunzehntausend“ heißt die Wanderschau, die Lebenswege nebeneinander stellt, die unterschiedlicher kaum sein können. Fast ist man erinnert an den Totentanz in der Dreikönigskirche, wo dem Schnitter alle Stände auf Augenhöhe folgen müssen. Auch der von Menschen verursachte Tod von Dresden machte keinen Unterschied zwischen: Deutschen oder Ausländern, Denunzianten oder Zwangsarbeitern, Karrieristen oder Widerstandskämpfern, Gläubigen oder Konfessionslosen, Zivilisten oder Soldaten.

Eine unabhängige Historikerkommission, einberufen durch die Stadt Dresden, hat festgestellt, dass bei den Luftangriffen bis zu 25.000 Menschen gestorben sind. Bei der ersten Vorstellung der Ergebnisse waren 19.000 von ihnen namentlich bekannt. Daraus entwickelte sich eine Diskussion darüber, ob und wie diese Namen veröffentlicht werden sollen; ob es eine Gedenktafel mit allen Namen geben solle oder dies eine Gleichsetzung von Opfern und Tätern darstellt. Das Kulturbüro Sachsen e.V. und die Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen leisten mit dieser Ausstellung einen Beitrag zur Debatte um die Dresdner Erinnerungskultur, konkret zum Umgang mit den bekannten Namen der Toten.

bis 19. März außer am 8.3. täglich 18 bis 20.30 Uhr sowie montags 13 bis 19.30 Uhr, Eintritt frei

Ausstellungskatalog bestellbar unter erinnerungskultur@kulturbuero-sachsen.de oder erhältlich zur Finissage am 19. März um 11 Uhr im Foyer 1. Rang

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