Erste sächsische Lärmschutzkonferenz

Bahnschienen. Foto: Jan Woitas/Archiv
Bahnschienen. Foto: Jan Woitas/Archiv

Erste sächsische Lärmschutzkonferenz

Welche brandneuen Erkenntnisse gibt es zu Gesundheitsfolgen durch Bahn- und Straßenlärm in Sachsen? Welche Lösungen sind aktuell auf dem Markt, um die Geräuschkulisse merklich zu reduzieren? Antworten will die erste sächsische Lärmschutzkonferenz geben. Welche brandneuen Erkenntnisse gibt es zu Gesundheitsfolgen durch Bahn- und Straßenlärm in Sachsen? Welche Lösungen sind aktuell auf dem Markt, um die Geräuschkulisse merklich zu reduzieren?

Antworten will die erste sächsische Lärmschutzkonferenz geben. „Am 8. Juni liegt die Freigabe der Berliner Strecke 2 370 Tage zurück“, sagt Michael Krebs, Vereinsvorsitzender der Bürgerinitiative Bahnemission Elbtal (BI). „Seitdem ist der Lärmpegel deutlich gestiegen.“ Fuhren 2011 täglich 66 Güterzüge durch das Elbtal, liege diese Zahl heute bei 117. Der geräuschintensive Schienenverkehr hat sich mehr als verdoppelt.

Die BI macht ausdrücklich nicht gegen die Bahn mobil. Vielmehr tritt sie für eine leise Bahn und damit verbundene Maßnahmen ein. Um auf dringend erforderliche Verbesserungen hinzuweisen, stellt sie im laufenden Bundestagswahljahr 2017 eine Reihe von Aktivitäten auf die Beine. Möglich ist das den knapp 180 Mitgliedern durch die überwältigende Resonanz auf den Spendenaufruf im vergangenen Herbst. Angeschrieben hatte die BI rund 10.000 Haushalte in Coswig, Weinböhla und Radebeul. In Weinböhla hatte sich die BI Weinböhla e.V. an der Aktion beteiligt.„Wir danken den über 230 Einzelspendern“, betont Vereinschef Krebs. Dankesschreiben und Spendenquittungen seien bereits verschickt. Die auf dem BI-Konto eingegangene Summe beläuft sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Durch die Förderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben“ konnte nun sogar jeder gespendete Euro um einen weiteren Euro erhöht werden. „Davon lassen sich wichtige Aktionen in diesem Jahr auf stabile Füße stellen“, so Michael Krebs.

Komplett finanziell abgesichert ist damit die 1. Sächsische Lärmschutzkonferenz in Coswig am 10. Juni. Dabei haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit mit führenden Experten in Sachen Verkehrslärm ins Gespräch zu kommen. Die Deutsche Bahn AG will Lärmschutz-Technik so demonstrieren, dass der Besucher direkt erlebt, wie sich ein vorbeifahrender Güterzug mit und ohne Lärmschutz an Zug oder Strecke anhört. Fachleute sowie Vertreter der Bahn, Wissenschaft, Politik und Industrie berichten unter anderem u.a. über Erreichtes, Perspektiven, beim Lärmschutz, Möglichkeiten des Freistaates, Erkenntnisse über die Gesundheitsfolgen durch Lärm und kostengünstige Lärmschutztechnik. Bürger können mit führenden Experten in Sachen Verkehrslärm ins Gespräch kommen. Die Bahn will Lärmschutztechnik demonstrieren.

Dabei handelt es sich um die erste Veranstaltung dieser Art und Dimension, die bislang in Sachsen von Bürgern organisiert wurde. Die BI lädt dazu in die Börse Coswig ein. Vom Vormittag bis zum Nachmittag werden Gespräche angeboten. Es bestehen vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren und über neueste Entwicklungen auszutauschen. Teilnehmen können Bürger, aber auch Mitarbeiter aus Behörden und Ministerien sowie Kommunalpolitiker.

Die Firma Calma-Tec Lärmschutzsysteme wird unter anderem ihren Pin-Spoiler vorstellen, eine Vorrichtung, die auf die Oberkante einer Lärmschutzwand aufgesteckt wird, um den Lärm weiter zu minimieren. Dank dieser Technik, so heißt es, lässt sich mit einer kleinen Lärmschutzwand ein ähnlicher Effekt wie mit einer großen Wand erzielen.Die BI bemüht sich stetig, Kontakt zwischen Bürgern, Politikern und Bahnvertretern herzustellen und durch sachliche Beharrlichkeit Verbesserungen der Lärmbelastung im Elbtal zu erzielen. Als Ergebnis dieser konstruktiven Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren sieht der Vereinsvorstand auch die frisch vorliegende Machbarkeitsuntersuchung der Deutschen Bahn. Diese Studie befindet sich im Entwurfsstadium. Sie ermittelt, welche Maßnahmen im sächsischen Elbtal zu welchen Kosten machbar sind, um den Geräuschpegel deutlich zu reduzieren.

Sa., 10. Juni, ab 10 Uhr, Börse Coswig, kostenfrei, ohne Anmeldung

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