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Nachfrage nach «Ehe für alle» in Sachsen noch gering

20 bis 30 Anfragen gibt es bisher in Sachsen zur Ehe für alle. Foto: Jörg Sarbach/Archiv 20 bis 30 Anfragen gibt es bisher in Sachsen zur Ehe für alle. Foto: Jörg Sarbach/Archiv

„Leipzig (dpa/sn) – Die Nachfrage nach der «Ehe für alle» ist in Sachsen derzeit noch gering. «Wir hatten bisher etwa 20 bis 30 Anfragen dazu», sagte der Chef des Leipziger Standesamtes, Uwe Bernhardt, der dpa. In Städten wie Freiberg, Bautzen, Torgau oder Borna haben seit der Verabschiedung des neuen Gesetzes noch gar keine gleichgeschlechtlichen Paare Anfragen an die Standesämter gestellt. Planungen für besondere Ausgestaltungen der Trauung homosexueller Paare gibt es offenbar nicht. «Jede Ehe, egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht, soll im gleichen würdevollen Rahmen geschlossen werden», erklärte beispielsweise Söre Roßa, Standesbeamter in Borna. Noch ist das neue Gesetz auch nicht in Kraft getreten.

In Leipzig wird derzeit geprüft, ob das Personal im Standesamt aufgestockt werden soll. Das hat mit dem neuen Gesetz jedoch nur zum Teil zu tun. «Wir haben in den vergangenen Jahren schon immer eine steigende Zahl an Eintragungen der Lebenspartnerschaft gehabt», berichtete Bernhardt. Die Anfragen, die momentan an die Standesbeamten herangetragen würden, kämen zum Teil von bereits verpartnerten Menschen, zum Teil aber auch von solchen, die direkt auf die Möglichkeit zur Eheschließung gewartet hätten.

«Über die Ausgestaltung der Eheschließung bei homosexuellen Paaren brauchen wir uns keine Gedanken machen», erklärte die Torgauer Standesbeamtin Cornelia Olbrich. «Diese werden analog der Eheschließung wie bei heterosexuellen Paaren gestaltet. Und über zusätzliches Personal muss in einer Kommune in der Größenordnung unserer Stadt auch nicht nachgedacht werden.»

«Derzeit werden bei uns lediglich 2 bis 4 Lebenspartnerschaften pro Jahr geschlossen. Deshalb gehen wir davon aus, dass unsere Kapazitäten auch dann ausreichen, wenn das Gesetz in Kraft tritt», erklärte Simone Luft, Leiterin des Standesamtes in Bautzen. In Freiberg, wo im vergangenen Jahr sechs Lebenspartnerschaften eingetragen wurden, sieht man ebenfalls keinen Bedarf für Änderungen. «Wir bieten gleichgeschlechtlichen Partnern denselben Service an wie heterosexuellen Paaren und sprechen die Zeremonie jeweils ganz individuell ab», so Ines Werzner, Leiterin des Standesamtes.

In Sachsens Landeshauptstadt Dresden sind – wie bei allen anderen Kommunen im Land – noch etliche Fragen zur «Ehe für alle» offen. «Leider kennen wir den Gesetzentwurf noch nicht», sagte Standesamtsleiter Frank Neubert. «Es ist uns auch nicht bekannt, wie die neue Niederschrift zur Eheschließung und die Urkunden bei gleichgeschlechtlichen Paaren aussehen werden.» Es könne durchaus sein, dass es keine Veränderung in den standesamtlichen Formalitäten geben werde.

In Zwickau gab es bis jetzt noch keine Anfrage zu einer Eheschließung von zwei gleichgeschlechtlichen Personen. «Eine Anfrage gab es jedoch zur Umwandlung einer bereits geschlossenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe», teilte die Stadt mit. Bei eventuell möglichen Erklärungen, mit der eine bereits begründete Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt werden könnte, sei das Standesamt auf Wunsch bereit, diese in einem kleinen, feierlichen Rahmen durchzuführen.“

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