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Eule-Orgel krönt den Konzertsaal im Kulturpalast

Johannes Adler von der Eule Orgelbau GmbH intoniert am 14. August die neue Orgel im Dresdner Kulturpalast. Foto: Una Giesecke Johannes Adler von der Eule Orgelbau GmbH intoniert am 14. August die neue Orgel im Dresdner Kulturpalast. Foto: Una Giesecke

Dresden. Noch 26 Tage bis zur Weihe. „Die Spannung steigt“, berichtet Intendantin Frauke Roth. „Die Dresdner Philharmonie bekommt bald mit der Königin der Instrumente mehr als nur ein neues Mitglied.“ Die neue Orgel im Kulturpalast beherberge ja so gesehen schon in sich selbst ein ganzes Orchester. „Und nun geht sie eine Ehe mit dem neuen Konzertsaal ein“, beschreibt Roth den seit Januar vor sich gehenden Einzug samt Intonation des Instruments.

Allein an Letzterem arbeiten bis zum Einweihungskonzert am 8. September vier Intonateure der Bautzener Firma Eule mit Hochdruck. 4 109 Pfeifen mit Längen zwischen 9,23 Meter  und einem Zentimeter sind einzurichten und zu stimmen. In zwei sich ablösenden Zweierteams verständigen die Männer sich untereinander zwischen Spieltisch, Rängen und Instrument per Babyphon. Denn Kopfhörer und Gehörschutz zwischen den Pfeifen müssen sein. „Dort herrschen Lautstärken von bis zu 110 Dezibel“, sagt Orgelbauer Johannes Adler und demonstriert der geladenen Presse das kräftigste Register. Lauter seien nur noch anglo-amerikanische Orgeln.

67 Register für verschiedene Epochen

Der Luftdruck dafür wird von oben herangeführt über drei Windmaschinen, vier große Bälge über Windkanäle in die zehn volumenspeichernden Bälge auf drei Ebenen. Angespielt werden die Pfeifen von den vier Tastenreihen für die Hände und den Pedalen als Bassfundament für die Füße. Jede Klaviatur klingt anders, damit können in 67 Registern verschiedene Epochen ihr jeweils eigenes Spektrum entfalten: von der deutschen Romantik über englische und französische Werke bis zur amerikanischen Spätromantik. „Das Besondere an der Dresdner Orgel“, sagt Firmenchef Dirk Eule, ist der zentrale Platz des Organisten.“ An seinem mobilen Spieltisch bleibt er nicht mehr auf der Empore dem Publikum verborgen, sondern kann sich bei Bedarf von ganzen Schulklassen umstellen und auf die Finger gucken lassen.

Doch zunächst fiebern alle Beteiligten der Orgelweihe entgegen. Besonders der Eigentümer: der Förderverein, der 1,15 Millionen Euro eingeworben hatte, um von der Stadt 300 000 Euro dazu zu bekommen. „Damit ist das Konzertinstrument technisch und vom Umfang her auf modernstem Stand“, sagt Vereinschef Lutz Kittelmann. Eine knappe halbe Million Spenden kamen allein über die renommierte Bankiersfamilie Arnhold zusammen, auf deren Wohltätigkeit auch das nach ihr benannte Freibad in Dresden zurückgeht. Unter der Naziherrschaft mussten sie als Juden aus Dresden fliehen, die über hundert Nachfahren leben heute in mehreren Ländern Europas, in Amerika und Australien. „Zur Eröffnung sind alle Geldgeber eingeladen“, berichtet Kittelmann. Dann wird die Eule-Orgel der Stadt Dresden geschenkt. Dazu stellen alle drei Kirchorganisten Dresdens Holger Gehring, Samuel Kummer und Johannes Trümpler sowie der erste Palastorganist Olivier Latry die Klangfarben der neuen „Königin“ vor.

Ab dem heutigen 14. August können Bestellungen für die Teilnahme an einer Verlosung um Restkarten im Ticketservice abgegeben werden. Jeder Gewinner wird telefonisch oder per E-Mail über den Gewinn kontaktiert. Eintrittskarten können nicht erworben werden.

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