Polizei räumt besetzte Häuser

SEK-Beamte holen einen Besetzer vom Dach an der Königsbrücker Straße 16 in Dresden. Das Video von der Gegendemo am Mittwochabend sehen Sie, wenn Sie dieses Bild scannen. // Foto: Sven Ellger

Fünf Tage lang hielten Besetzer drei Villen auf dem „Putzi“-Areal in Beschlag. Am Mittwoch setzte die Polizei dem ein Ende.

Der Versuch der Gruppe „Wir besetzen Dresden“, mit dem Eigentümer der drei Villen an der Königsbrücker Straße 12 bis 16 ins Gespräch zu kommen, endete am Mittwochnachmittag. Die Münchner Argenta Gruppe hatte gegen die Besetzer am Montag Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet.

Am Mittwoch kamen rund 200 Polizeibeamte zum Einsatz, ein Sondereinsatzkommando musste die verbliebenen Mitglieder der Gruppe vom Gelände, aus den Häusern, von einem Dach und einen Besetzer sogar aus einem Baum tragen. Aufmerksamkeit erregt Am Freitag zuvor hatte die Gruppe sich Zugang zu dem Gelände in der Äußeren Neustadt verschafft und es für besetzt erklärt. Die drei Häuser stehen seit Jahrzehnten leer. Sie gehören zum Areal der DentalKosmetik, ehemals Chlorodont bzw. Elbe Chemie, in der bis heute die Kinderzahnpasta „Putzi“ produziert wird. Die ArgentaGruppe erwarb den Komplex 1992. Doch die ehemaligen Wohnhäuser blieben seither ungenutzt.

Die Besetzer wollten gegen Wohnungsnot, steigende Mieten und Leerstand protestieren und eine Nutzungsvereinbarung erreichen vor allem zum Wohnen und für Gemeinschaftsflächen, beispielsweise für Konzerte, Fahrradwerkstatt, Café und Gemeinschaftsgarten. Argenta reagierte nicht auf die vorgelegten Pläne, sondern erstattete Anzeige.

Der Presse gegenüber hieß es, die Gebäude seien unbewohnbar, erfüllen nicht die heute notwendigen Vorschriften in Bezug auf Lärm, Brand, Energieeffizienz. „Es kann nicht sichergestellt werden, dass von den einsturzgefährdeten Häusern keine Gefahr für Leib und Leben ausgeht“, so ein Sprecher. Am Mittwochmorgen begann dann der Großeinsatz der Polizei. Schnell formierte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine spontane Demonstration, die stetig wuchs. Mehr als 100 Unterstützer fanden sich für die Besetzer. Polizei greift durch Polizisten drängten die Demonstranten von der Straße, eine Sitzblockade wurde aufgelöst. Es kam zu lautstarken Protesten und Pöbeleien gegen Beamte. Unterdessen lief auf dem Areal bereits die Räumung.

Die Polizei teilte mit, dass ein Dutzend Besetzer vom Gelände geführt wurden, am Ende sollten es 21 gewesen sein. Die Gruppe „Wir besetzen Dresden“ erklärt, dass man nicht aufhören werde, den Leerstand in der Stadt zu problematisieren und für ein Recht auf Stadt für alle Menschen zu streiten. Das durch den Einsatz ramponierte Gelände stellt nun einen noch größeren Schandfleck dar. Unterstützt wurde das Anliegen der Nutzungsvereinbarung durch die Grünenfraktion im Stadtrat.

SZ/VOL

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