Aktion Lichtblick: „Uns steht ein hartes Jahr bevor“

Stiftung Lichtblick
Katerina Lohse

Die Sozialleistungen gehen zurück, die Zahl der Bedürftigen wächst. Katerina Lohse, die Vorstandschefin der Stiftung Lichtblick, bittet Leser erneut um Spenden für Menschen in Sachsen, die in Not geraten sind.

Frau Lohse, in der vergangenen Spendensaison haben Sie sich sehr über 800.000 Euro gefreut, die die Leser bis zum Oktober spendeten. Wie viel davon ist denn schon ausgegeben?
Fast alles. Wir haben dieses Jahr bereits 680.000 Euro an Menschen in Not ausgezahlt. Die neue Spendensaison, die wir nun starten, beginnt also gerade im richtigen Moment.


Wofür wurden denn die Spenden verwendet?
Wie immer helfen wir Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, bei der Anschaffung dringend benötigter Möbel und Elektrogeräte. Dies ist eine Hilfe, die der Staat nicht übernimmt. Wir registrieren zudem immer mehr Anträge von Wohnungslosen und von Menschen, die ihre Schulden nicht mehr begleichen können. Dies betrifft zunehmend auch Selbstständige, die keine Rücklagen bilden konnten.

Ist Ihnen ein Fall besonderes nahe gegangen?
Das Schicksal eines Paares aus der Lausitz hat mich besonders bewegt. Der Mann war lange selbstständig, wurde krank und konnte den Beruf nicht mehr ausüben. Seine Frau, auf die sich alles stützte, erlitt einen Autounfall. Obwohl beide ihr Leben lang gearbeitet hatten, haben sie keine Rücklagen mehr und können sich nicht einmal Winterkleidung leisten, die sie gern erneuern würden. Sie haben lange aus Scham gezögert, sich Hilfe zu suchen.


Rechnen Sie als Lichtblick-Chefin mit einer Entspannung der Situation?
Im Gegenteil. Die Sozialleistungen des Staates werden eher geringer und die Zahl der Leistungsempfänger nimmt weiter zu. Das ist keine gute Entwicklung. Ich bin ziemlich sicher: Lichtblick steht ein hartes Jahr bevor.


Die Stiftung startet jetzt in die 30. Spendensaison. Wieviel Geld ist denn in all den Jahren bisher insgesamt zusammengekommen? Wie vielen Menschen konnte damit geholfen werden?
Wir haben seit 1996 fast 30 Millionen Euro eingesammelt und in dieser Zeit 34.000 Hilfsanträge genehmigt. Wir konnten damit etwa 300.000 Menschen in Sachsen aus einer schwierigen Situation helfen – vor allem dank der Leserinnen und Leser der Sächsischen Zeitung, deren Hilfsbereitschaft einfach großartig ist. Es fragte Olaf Kittel

Wer helfen will: www.lichtblick-sachsen.de/jetztspenden Konto-Nummer: Ostsächsische Sparkasse Dresden, BIC: OSDDDE81XXX, IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74

Wer Hilfe braucht: Hilfesuchende wenden sich bitte an Sozialeinrichtungen ihrer Region wie Diakonie, Caritas, DRK, Volkssolidarität, Jugend- und Sozialämter. Erreichbar ist die Stiftung Lichtblick telefonisch jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 15 Uhr unter 0351 4864 2846, per Mail unter Lichtblick@ddv-mediengruppe.de und online unter www.lichtblick-sachsen.de

Der aktuelle Spendenstand der Aktion Lichtblick beträgt rund 299.000 Euro