Der kleine Karlos kam am 17. November auf die Welt. Für seine Eltern Donna und Harvey ist es der erste gemeinsame Nachwuchs – und für den Zoo Dresden die Fortführung einer jahrzehntelangen Tradition in der Zucht dieser eleganten Wildkatzen, denn Karlos ist ein Karakal. Diese Tiere leben in Halbwüsten, Steppen und Trockenwäldern in weiten Teilen Afrikas sowie in Südwestasien von der Arabischen Halbinsel über die Türkei und den Iran bis zum Aralsee und Nordwestindien.
In dieser Woche konnten Donna und der mittlerweile sieben Woche alte Karlos erstmals die rückwärtige Mutter-Kind-Stube verlassen. Da die Jungtiere in den ersten Lebenstagen noch blind sind, sind sie auf den Schutz der Wurfhöhle und des Muttertiers angewiesen. Ab der zweiten Lebenswoche beginnen sie sich langsam aufzurichten bis mit etwa vier Wochen die markanten Pinselohren ausgebildet sind. Diese „Pinsel“ sind allerdings größer als die von Luchsen – trotzdem werden Karakale wegen ihrer Ähnlichkeit auch als“Wüstenluchs“ bezeichnet.
Seit Dienstag nun erkundet der kleine Kater die Schauanlage, wobei er mit etwas Glück von den Zoobesuchern beobachtet werden kann.
Vater Harvey ist weiterhin von den beiden getrennt, bis sich Mutter und Jungtier gut eingelebt haben und Karlos noch ein Stückchen gewachsen ist. Auch bei der Geburt des Kleinen (ein zweites Jungtier war innerhalb der ersten Lebensstunden leider verstorben) war Harvey nicht dabei. Karakale sind Einzelgänger und die Männchen sind nicht an der Aufzucht beteiligt.
„Wir sind sehr stolz, seit acht Jahren wieder eine erfolgreiche Karakalaufzucht in unserem Zoo erleben zu dürfen, da diese Tierart für uns eine besondere Bedeutung hat: Im Jahr 1937 gelang in unserem Zoo weltweit die erste Nachzucht dieser Art in Menschenobhut“, freut sich Senior-Kurator Matthias Hendel.