Schaustellerkultur ist Immaterielles Kulturerbe

Der Rummel an der Pieschener Allee lädt zum Frühlingsfest ein. Foto: PR
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Ob es nun Rummel, Vogelwiese, Kirmes, Dom, Dippesmarkt, Kirchweih, Jahrmarkt, Schützenfest, Dult oder Kerwe heißt – das Vergnügen mit Achterbahn und Riesenrad, Karussell, Losbude und Autoscooter ist seit Ende März Immaterielles Kulturerbe.

Mit der Entscheidung würdigt die Deutsche UNESCO-Kommission die Arbeit der rund 5.600 Schaustellerfamilien und die Bedeutung der seit 1.200 Jahren gelebten Volksfestkultur in Deutschland.
„Volksfeste sind nicht nur Orte des Vergnügens, sie sind Erinnerungen an Kindheit, an leuchtende Augen, an den Duft von gebrannten Mandeln und das Gefühl von Gemeinschaft. Hinter all dem stehen Schaustellerfamilien, die oft seit Jahrzehnten – manchmal seit Jahrhunderten – ihr Leben dieser besonderen Kultur widmen. Sie reisen, sie bauen auf, sie schaffen Momente, die Menschen zusammenbringen. Und sie bewahren damit ein Stück Identität, das man nicht digitalisieren oder ersetzen kann. Die Anerkennung der Schaustellerkultur auf Volksfesten als Immaterielles Kulturerbe ist mehr als ein symbolischer Akt – sie ist ein Zeichen der Wertschätzung für eine lebendige Tradition, die Generationen verbinden“, würdigt Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch.

Für Rico Illgen, 1. Vorsitzender des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes Chemnitz e.V., ist die Aufnahme der Schaustellerkultur in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eine große Ehre. Volksfeste seien seiner Meinung nach weit mehr als Unterhaltung – sie sind lebendige Orte der Begegnung, an denen Traditionen weitergegeben werden und Gemeinschaft entsteht. „Wir verstehen uns als Kleber der Gesellschaft, um die Menschen zusammenzuhalten und auch in schwierigen Zeiten Freude und Ablenkung zu bringen.“ Hinter dieser Kultur stünden viele Schaustellerfamilien, die mit Herzblut, Können und Engagement ihre Werte bewahren und zugleich immer wieder neu beleben. „Die Auszeichnung ist für uns Anerkennung und Ansporn zugleich, diese lebendige Tradition auch in Zukunft weiterzuführen“, sagt Rico Illgen.

In Dresden wird der Rummel wieder vom 4. April bis 3. Mai gastieren – mit dabei u.a. Break Dance, Flipper, Aqua King, Loop Fighter, Heart Breaker, Musik- express, Babyflug und Mausefalle.

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