Mähdrescher erntet riesiges Cannabis-Feld ab

Mit einer eigens entwickelten Erntemaschine erntet ein Landwirt Cannabis. (Foto: Jan Woitas/dpa)
Mit einer eigens entwickelten Erntemaschine erntet ein Landwirt Cannabis. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Eine riesige Mähmaschine hat mit der Cannabis-Ernte in Sachsen begonnen. Das Unternehmen Mariplant habe am Mittwoch angefangen, die Ernte für medizinische Zwecke auf einem 56 Hektar großen Feld nahe Dresden einzufahren, teilte die Tochterfirma des kanadischen Herstellers Maricann mit Sitz in Ebersbach (Landkreis Meißen, zwischen Radeburg und Großenhain) mit. Es handle sich um die erste Ernte von Cannabis mit dem Wirkstoff Cannabidiol für die Weiterverarbeitung zu Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland, hieß es. Getrocknet und gepresst werde das Cannabidiol extrahiert und in Form von Kapseln verkauft.

Die etwa fünf Meter hohen Cannabispflanzen stellten besondere Anforderungen an die Erntetechnik, erklärte Mariplant. Dafür nutze man Methoden aus der Maisernte und richtete diese auf die Erfordernisse der faserigen Cannabispflanze aus. Seit April seien die Pflanzen auf einer Gesamtfläche von fast 170 Hektar nordwestlich von Dresden gewachsen.

Der Einsatz von Cannabis für medizinische Zwecke in Deutschland wurde im März 2017 liberalisiert. Patienten brauchen keine Ausnahmegenehmigung mehr, sondern können sich den Stoff regulär von Ärzten verschreiben lassen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte plant einen Anbau zu medizinischen Zwecken mit Qualitätsstandards hierzulande, eine Ausschreibung an Firmen verzögerte sich aber. Bisher stammt medizinisches Cannabis in Deutschland vor allem von Firmen aus Kanada und den Niederlanden.

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