Wie viele Hochhäuser braucht Dresden? – Gesellschaft Historischer Neumarkt diskutiert mit Bürgern

Das umstrittene Hochhaus am Pirnaischen Platz erlangte traurige Berühmtheit: Zu DDR-Zeiten trug es die Inschrift "Der Sozialismus siegt". Foto: Thessa Wolf
Das umstrittene Hochhaus am Pirnaischen Platz erlangte traurige Berühmtheit: Zu DDR-Zeiten trug es die Inschrift "Der Sozialismus siegt". Foto: Thessa Wolf

Zwanzig Jahre gibt es sie jetzt, die Gesellschaft Historischer Neumarkt. Und längst kümmert sie sich nicht mehr nur um den Platz rund um die Frauenkirche. Aktuell geht es ihr um alles, was mehr als 22 Meter an Höhe misst. Denn das ist laut Definition ein Hochhaus. Und davon braucht Dresden – so die Ansicht der Mitglieder der Gesellschaft – keine weiteren. Im Gegenteil. „An dem einen oder anderen Standort wäre es sogar gut, zwei, drei Etagen herunterzunehmen“, sagt der Vereinsvorsitzende Torsten Kulke. Warum? „Es geht darum, die Sichtachsen zu schützen, den Blick von den Elbhängen auf die Altstadt und anders herum.“

Wie viele Hochhäuser braucht Dresden? Das will die Gesellschaft Historischer Neumarkt am 29. Oktober mit den Bürgern diskutieren.

Er zeigt Fotos, auf denen sich weiße Gebäude-Riesen bedenklich zwischen Grün und historische Türme schieben. Er ärgere sich über die Aussage von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, der verkündete, mit dem eventuellen Bau eines Verwaltungshochhauses am Ferdinandplatz könnte der Canalettoblick „behutsam ergänzt“ werden. „Zu städtebaulichen Fragen sollten auch die Einwohner gehört werden“, findet Torsten Kulke.

Bäume, Bänke und Brunnen

Deshalb hat die Gesellschaft für den 29. Oktober eine Veranstaltung im Stadtmuseum organisiert. Das Motto: „Braucht Dresden Hochhäuser?“ Mit dabei sind unter anderem der frühere Baubürgermeister Gunter Just, Raoul Schmidt-Lamontain und der Jenaer Stadtarchitekt Matthias Lerm. Die Veranstaltung bildet den Auftakt einer ganzen Reihe: Am 14. Januar 2019 etwa soll es um den industriellen und seriellen Wohnungsbau gehen. Am 6. März steht das Bauen nach beziehungsweise seit dem Mauerfall im Fokus.

„Wir sehen uns als Ideengeber und Initialzünder“, spricht der Vereinsvorsitzende noch einmal das Jubiläum der Gesellschaft an. Früher habe man vor allem die Gestaltung des Neumarktes beeinflussen wollen, jetzt sei das Spektrum weiter gefasst. „Wir freuen uns, dass mit Blick auf die Errichtung des Narrenhäusels ein Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Königsufers angestoßen werden konnte“, nennt Torsten Kulke ein Beispiel. Und derzeit könne man verfolgen, wie auf dem Neumarkt die Forderung nach den drei Bs umgesetzt werde, erklärt er mit Blick auf den Platz, der sich Grünes Gewandhaus nennt und nun „Bäume, Bänke und Brunnen“ bekommt.

Thessa Wolf

Braucht Dresden Hochhäuser? 29. Oktober, 18 Uhr im Stadtmuseum Dresden

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