Corona-Zahlen leicht gestiegen – Sachsen kündigt weitere Lockerungen an

Michael Kretschmer ist Schirmherr des 23. Deutschen Präventionstages. (Foto: Pawel Sosnowski)
Foto: Pawel Sosnowski

Sachsen verzeichnet weiterhin keine rasante Zunahme an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bewegte sich auch am Mittwoch im zweistelligen Bereich. Insgesamt wurden bisher 4.397 neue Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt, 55 mehr als am Vortag, gab Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bekannt. Von Montag auf Dienstag war die Zahl um 19 Fälle gelegen. Anfang April waren noch Zuwächse im dreistelligen Bereich an der Tagesordnung. Die Zahl der Todesopfer stieg bis Mittwoch auf 126, das sind 7 mehr als am Vortag.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit Blick auf die Neuinfektionen mit einer neuerlichen Zunahme über das Niveau der vergangenen Tage hinaus. Denn mit der Lockerung der Einschränkungen gebe es mehr Interaktion der Menschen, sagte er. Dennoch betonte er am Mittwoch die positiven Aspekte. Den Rückgang der Neuinfektionen habe man durch «konsequente Disziplin» erreicht. Jetzt werde man Schritt für Schritt mehr soziale Kontakte ermöglichen. Die Regierung werde die Entwicklung bis 30. April verfolgen und dann neu entscheiden.

Kretschmer verteidigte den Zeitplan für weitere Lockerungen der Einschränkungen. „Wir werden im wesentlichen an diesem Freitag wissen, welche Bereiche am 4. Mai gelockert werden, geöffnet werden können.“ Es sei kein Geheimnis, dass es etwa um Zoos, Bibliotheken und Friseure gehe. Die Abstimmungen mit den zuständigen Kammern und Verbänden liefen. Man wolle die betroffenen Bereiche schon am kommenden Montag informieren, unter welchen Voraussetzungen eine Öffnung erfolgen könne. Am 30. April folge der förmliche Beschluss.

Zudem ging der Regierungschef auf einen offenen Brief der Freien Wähler ein, die unter anderem ein sofortiges Ende des Lockdowns forderten und Covid-19 wie jede andere Krankheit einstuften. Kretschmer bezeichnete eine solche Ansicht als „sehr, sehr fahrlässig“.

Innenminister Roland Wöller (CDU) verzeichnete einen Rückgang der Verstöße gegen die Corona-Einschränkungen, nachdem es am Montagabend wegen Versammlungen in Dresden und Chemnitz zu einem sprunghaften Anstieg gekommen war. Am Dienstag seien 19 Straftaten und 215 Ordnungswidrigkeiten gegen die Corona-Schutz-Verordnung und das Infektionsschutzgesetz festgestellt worden.

Ein größerer Einsatz war für die Bereitschaftspolizei in Leipzig-Schkeuditz erforderlich. Dort wurde ein 42 Jahre alter Mann, der auf die Corona-Isolier-Station kam, aggressiv. Er habe einen Pfleger bespuckt und einer Ärztin mit dem Fuß gegen den Kopf getreten, als er in einem Bett fixiert werden sollte. Daraufhin rief das Krankenhaus die Bereitschaftspolizei um Hilfe. Der Patient wurde in eine Psychiatrische Klinik gebracht.

Köpping berichtete von einem regelrechten Ansturm auf die Corona- Hotline des Freistaates. Am Wochenende hätten dort 25 Kolleginnen und Kollegen am Telefon gesessen und mehr als 5000 Anrufe entgegengenommen. Man wolle die Hotline bis Juni verlängern. Oft gehe es bei den Fragen um die Kinder-Notbetreuung. Am Ende dieser Woche wisse man, wie die Kitas ausgelastet sind. Erst dann lasse sich entscheiden, ob es eine weitere Öffnung geben könne. «Haben Sie ein wenig Geduld», bat die Ministerin.

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