Messerattacke in Dresden: Sicherheitsbehörden waren gewarnt

Das Blaulicht eines Streifenwagens blinkt. Foto: Jens Wolf/Archiv
Foto: Jens Wolf/Archiv

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten bereits vor der tödlichen Messerattacke in Dresden am 4. Oktober Warnungen vor dem mutmaßlichen Attentäter bekommen.

Eine Bundesbehörde habe einen Hinweis zu dem späteren Attentäter nicht weitergeleitet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung warnte ein ausländischer Geheimdienst, dass der Mann möglicherweise in die Planung eines Terroranschlags verwickelt sei. Der Bundesnachrichtendienst habe diese Information aber weder an den Verfassungsschutz noch an die sächsischen Landesbehörden weitergegeben.

Zum Zeitpunkt des Hinweises war der radikale Islamist allerdings ohnehin von der Polizei als Gefährder und in der höchsten Risiko-Kategorie eingestuft gewesen. Sein Fall wurde mehrfach in gemeinsamen Besprechungen von Vertretern der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern erörtert.

Am 4. Oktober waren in Dresden zwei Männer Opfer einer Messerattacke geworden. Ein 55-Jähriger starb, ein weiterer Mann (53) aus Köln überlebte mit schweren Verletzungen. Ein junger Syrer steht nun unter Tatverdacht. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

Der BND soll den Warnhinweis den Berichten von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zufolge bereits im August letzten Jahres erhalten haben. Der deutsche Nachrichtendienst wollte mit dem Hinweisgeber klären, ob es sich möglicherweise um ein Missverständnis handelte – bekam darauf aber keine Antwort.

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