Fassadensanierung im Großen Schlosshof

Großer Schlosshof im Residenzschloss Dresden
Großer Schlosshof im Residenzschloss Dresden Foto: SIB

Frischekur für Westflügel, Treppenturm und Nordwestflügel – bis Februar 2026 soll der Innenhof fertig werden

Der Große Schlosshof mit seinen Sgraffiten ist eine Pracht. Wer ihn das erste Mal betritt, hält vermutlich den Atem an, so überwältigend ist der Anblick. Da ist die prachtvolle viergeschossige Loggia (Altan) mit ihren farbigen Bildern, die Inhalte aus dem Alten und Neuen Testament zeigen. Und da sind die Wände drumherum, voller Geschichten aus der römischen Antike, zum Teil aus der griechischen Mythologie und natürlich aus der Bibel. Aufgebracht als sogenannte Sgraffiti-Technik, bei der erst eine dunkle, dann eine helle Putzschicht aufgetragen und danach das jeweilige Motiv eingekratzt wird.

Zeit für eine Auffrischung

Die Sgraffiten im Großen Schlosshof zählen zu den ersten abgeschlossenen Arbeiten im Rahmen des Wiederaufbaus des Dresdner Residenzschlosses. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren wurden sie an den ersten Hofinnenwänden wiederhergestellt. Weil das nun alles schon wieder über 30 Jahre her ist, werden zurzeit die Fassaden des Westflügels, des Treppenturms und des Nordwestflügels gereinigt und konserviert. Die Arbeiten begannen bereits Anfang 2024, im kommenden Frühjahr sollen sie beendet sein.

Schönes Schloss wird wieder schön

In diesem Zuge wurde auch das Schlosskapellenportal – umgangssprachlich Schönes Tor oder goldene Pforte genannt – gepflegt. Das Portal, das einen römischen Triumphbogen darstellt, kam 2009 nach einer jahrhundertelangen Odyssee wieder ins Schloss zurück. Es besteht zu einem Drittel aus originalen Teilen, die vor 470 Jahren von italienischen Bildhauern geschaffen wurden. Nach 16 Jahren waren jetzt steinkonservatorische Maßnahmen notwendig, um die überfällige Lasur auftragen zu können, die die Flächen vor Verwitterung schützen soll.

Die Kosten für die Werterhaltung belaufen sich auf 1,74 Millionen Euro. Der Schlosshof mit dem Altan ist immer noch sehr eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich, denn er diente jahrzehntelang mehr oder weniger als Baustelleneinrichtung. Ab 2026 wird er unterirdisch technisch neu erschlossen und oberirdisch mit historischen Sandsteinplatten belegt. Wenn er ab 2027 frei zugänglich sein wird, werden insgesamt 407 Millionen Euro im wiederaufgebauten Residenzschloss stecken.