Eine Fachfirma entdeckt rund um die Carolabrücke auf Neustädter Seite 31 Störstellen im Boden. Zwei davon könnten Weltkriegsbomben sein. Anfang März wird genauer nachgeschaut.
Droht in der 11. Kalenderwoche wieder dieses Szenario? Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen, Mitarbeitende und Nutzende von Pflegeheimen, Kitas und Schulen, Landes- und städtische Behörden, dem Gericht, unzähligen Büros, selbst der Polizeibehörde müssen ins Homeoffice wechseln oder zu Hause bleiben. Rund 18.000 Menschen wären im Altstadtbereich und auf Neustädter Seite von einer möglichen Evakuierung betroffen, sollten sich die beiden „Störstellen“ auf Neustädter Seite als Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg erweisen.
Seit Oktober wird Gelände sondiert
Beim Abriss der Carolabrücke im vergangenen Jahren wurden mehrere Bombenblindgänger gefunden. Zweimal musste der Bereich großräumig gesperrt werden, damit diese entschärft werden konnten. Die Evakuierung im August 2025 mit rund 17.000 Betroffenen war die bislang größte im Stadtgebiet.
Nun kann es noch dicker kommen. Während die Suche nach alter Munition am Altstädter Elbufer Ende des Jahres abgeschlossen werden konnte, brachte die seit Oktober laufende Sondierung des Geländes auf Neustädter nun erste Ergebnisse. Eine Fachfirma hat bis jetzt insgesamt 31 sogenannte „Störstellen“ in einer Tiefe von zwei bis vier Metern identifiziert. 29 dieser Stellen, vermutlich handelt es sich um Metall im Boden, werden nach fachlicher Bewertung als unkritisch eingestuft und seit 16. Februar nach und nach geöffnet. Der Arbeitsbereich zwischen Elbe und Elberadweg ist dabei durch einen Bauzaun gesichert, der Elberadweg aber weiter nutzbar.
Zwei Ortungen bedürfen jedoch einer weitergehenden Untersuchung, da jeweils der Verdacht auf einen Bombenblindgänger besteht. Die genaue Untersuchung beider Fundorte soll ab 9. März beginnen.Sollten tatsächlich Weltkriegsmunition im Boden liegen, wird direkt in der 11. Kalenderwoche (9. bis 13. März) eine Entschärfung mit Evakuierung notwendig sein. Der Evakuierungsradius beträgt dann 1.000 Meter um die mutmaßliche Fundstelle. Davon wären nach derzeitiger Einschätzung rund 18.000 Menschen betroffen.
Wie erfolgt die Information?
Sollte das Szenario so eintreten, informiert die Stadt unter www.dresden.de/bombe sowie über ihre Social-Media-Kanäle zum aktuellen Stand der Maßnahmen. Zusätzlich gibt es eine Hotline unter 0351-4887666, die Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und Freitag 9 bis 14 Uhr besetzt ist. Außerdem erfolgt die Warnung zusätzlich über das Modulare Warnsystem des Bundes, an welches Warn-Apps wie NINA angeschlossen sind, sowie über die offiziellen Online- und Social-Media-Kanäle und die regionalen Medien. „Wir bittet alle, die im möglichen Evakuierungsgebiet wohnen und arbeiten, sich insbesondere für die Woche ab 9. März vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung einzustellen. Es wird empfohlen, frühzeitig mit Freunden, Bekannten oder Verwandten abzustimmen, ob im Bedarfsfall eine vorübergehende Unterkunft organisiert werden kann“, heißt es seitens der Stadt. Wer keine private Unterbringung findet, kann die Notunterkunft aufsuchen. Die wird nach derzeitiger Planung in der Messe Dresden eingerichtet werden.
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