Das Amt für Geodaten und Kataster feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Deshalb wird es im Jubiläumsjahr für alle interessierten Bürger ein umfangreiches Programm aus sieben Vorträgen im Stadtforum, zwei Wanderungen und einer Ausstellung geben.
Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung der Vermessung, sondern auch um ihre Bedeutung im Alltag.
Die Ausstellung
Vom 22. Mai bis 29. Juni wird es im Stadtforum in der 1. Etage eine Ausstellung zum Thema „Karten, Bilder, Pläne – Eine kartographische Zeitreise durch Dresden“ geben. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Stadtforums am Stadtmodell zu finden.
Zwei Wanderungen
Wer sich direkt vor Ort mit dem Thema Vermessung beschäftigen will, kann an zwei Wanderungen teilnehmen. Die erste steht unter dem Motto „Auf den Spuren der Vermessung – Besuch der Meridiansäule Rähnitz“ und findet am 6. Juni statt (Treff 10 Uhr an Volkshochschule in Radebeul-Ost, Sidonienstraße 1a). Am 12. September führt die Wanderung zur – Triangulationssäule Gohlig in Bannewitz“ (Treff 10 Uhr vor dem Musterhaus massa haus, Boderitzer Straße 38 in Bannewitz).
Meridiansäulen sind historische Denkmale, die einen präzisen Messpunkt entlang eines Längengrades (Meridian) markieren. Im 19. Jahrhundert dienten sie dazu, die genaue Form und Größe der Erde durch Triangulation (Dreiecksmessung) zu bestimmen. Triangulationssäulen werden auch Vermessungspfeiler genannt und sind steinerne Vermessungspunkte, die im späten 19. Jahrhundert (besonders von 1862 bis 1890 in Sachsen zur präzisen Landvermessung errichtet wurden.
Sieben Vorträge
Wer richtig tief in dieses durchaus interessante Thema einsteigen will, sollte die Vorträge im Stadtforum auf der Waisenhausstraße 14 besuchen.
Am 19. März geht es hier um die Frage, wie das Eigentum an Grundstücken in Dresden seit 150 Jahren dokumentiert wird. Der Vortrag zeigt, zu welchem Zweck und mit welchem Inhalt das Buch- und Kartenwerk sowie weitere Unterlagen geführt wurden. Am 29. April geht es um „Die Vermessung der Stadt“ – Geodaten, Kartierung, die Leitungen im Dresdner Untergrund spielen hier eine Rolle.
Den Weg „Vom handgezeichneten Stadtplan zur digitalen Plattform“ beschreibt die Veranstaltung am 27. Mai. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung ausgewählter Geobasisdaten des Amtes und deren Folgeprodukte, wie zum Beispiel Übersichtskarten in verschiedenen Maßstäben seit dem Jahr 1990. Zudem wird die heutige Bereitstellung der Daten über verschiedene Portale wie das OpenData Portal vorgestellt.
Am 24. Juni geht es um Straßennamen in Dresden „Von A-Weg bis Zwinglistraße“. Dabei werden Geschichtliches, Gesetzliches und Statistisches bei der Straßenbenennung beleuchtet.
„Hoheitliche Bodenordnung in Stadt und Land beispielhaft erklärt“ ist der Vortrag am 26. August überschrieben. Dabei wird die Umlegung nach Baugesetzbuch sowie die Flurbereinigung bildhaft vorgestellt.
„Die Stadt als zentraler Geodatendienstleister: Geodaten aus einer Hand“ wird am 16. September thematisiert. Warum sie wichitg sind? Erst mit Hilfe von Geodaten können aktuelle Informationen, beispielsweise zu Bebauungsplänen, Verkehrsbehinderungen, Lufttemperaturen, Abfuhrterminen oder Hochwasserständen, im Stadtgebiet lokalisiert werden.
Am 14. Oktober schließlich geht es um Grundstückswerte und die Ermittlung eines solchen Wertes anhand von Bodenrichtwerten und anderen Faktoren.
Alle Vorträge sind kostenfrei, allerdings ist eine Voranmeldung erfolderlich. Der Anmeldelink wird spätestens vier Wochen vor der Veranstaltung auf der Website der Stadt veröffentlicht.
Warum sind Geodaten und Kataster so wichtig?
Die Wurzeln des Amts für Geodaten und Kataster reichen bis ins Jahr 1876 zurück, als der Stadtrat aufgrund des starken Stadtwachstums ein Vermessungsamt gründete. Zu den damaligen Aufgaben gehörten vor allem die Erstellung und Aktualisierung von Stadtplänen sowie Vermessungen im Stadtgebiet.
Heute geht die Arbeit weit über das Zeichnen von Karten hinaus: Präzise und schnell verfügbare Geodaten sind eine zentrale Grundlage für moderne Verwaltungsentscheidungen. Rund 80 Prozent aller kommunalen Entscheidungen haben einen Raumbezug – etwa bei Bauprojekten, Verkehrsplanung, Tourismus oder der Stadtentwicklung. „Als untere Vermessungsbehörden sind wir für das Liegenschaftskataster zuständig, also gemeinsam mit dem Grundbuch für die Sicherung des Eigentums nach Grundgesetz“, erklärt Amtsleiterin Klara Töpfer. „Grenzen sind wichtig, egal ob zwischen Grundstücksnachbarn oder beim Eigentumsnachweis für Investitionen, für große Industrieansiedlungen, neue Wohngebäude oder Verkehrswege.“