Aus für die Hafen-City in Dresdens Leipziger Vorstadt?

Plan zur Hafencity in Dresden Visualisierung: USD/Woerner und Partner

Ausgerechnet das ehemalige Arzneimittelwerk AWD an der Leipziger Straße 7 bis 13 bereitet seinem Nachbarn Kopfschmerzen. Dabei trägt das heutige Pharmaunternehmen „Menarini – Von Heyden GmbH“ den Chemiker Friedrich von Heyden sogar im Namen, weil er 1874 in diesem Hause weltweit erstmals einen synthetischen Arzneiwirkstoff im technischen Maßstab hergestellt hatte, die Salicylsäure – Ausgangsstoff für Aspirin. Vielleicht hat man nun ein paar Kopfschmerztabletten für den Nachbarn USD übrig.
Denn der hat nun ein Problem. Der Investor hatte für seine Hafencity bereits seit März die Baugenehmigung der Stadt in der Tasche, als der italienische Familienkonzern Menarini per Eilantrag gegen die geplante Bebauung klagte. Vorgesehen sind dort ein Kreativ- und Kulturzentrum mit  Läden, Ateliers und Büros sowie rund 350 Wohnungen. Deren künftige Bewohner könnten gegen die nächtlichen Betriebsgeräusche oder die Lkw-Ein- und Ausfahrten zu Felde ziehen, befürchtet Geschäftsführer Jürgen Langer. „Ohne Lieferverkehr können wir die Produktion einstellen.“

Erst mal aufgeschoben

Der Klage hat das Verwaltungsgericht Dresden heute stattgegeben. „Die Antragstellerinnen befürchten, nach Realisierung der Bauten lärmmindernden Maßnahmen mit ‚erdrosselnder Wirkung‘ ausgesetzt zu sein“, sagt Sprecher Robert Bendner. Wenn das Werk nicht mehr im Drei-Schicht-Betrieb produzieren könnte, wäre das geschäftsschädigend. „Die Richter äußern insbesondere Zweifel, ob die von der Genehmigungsbehörde angenommene Lärmbelastung richtig prognostiziert worden sei.“ Die Baugenehmigung muss daher überprüft werden. Auch die durch die Bauten sich ändernden Grundwasserbedingungen und mögliche Überschwemmungen bei Elbehochwasser führte Menarini als Gegenargumente ins Feld. Nun wird allseits das weitere Vorgehen geprüft.

 

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