Findlingspark Nochten: Saisonstart mit Wildalpenveilchen

Findlingspark Nochten: Saisonstart mit Wildalpenveilchen. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv
Findlingspark Nochten: Saisonstart mit Wildalpenveilchen. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

„Nochten (dpa/sn) – Die Wildalpenveilchen blühen schon im Lausitzer Revier. Unzählige dieser ungewöhnlichen Frühblüher tupfen Farben von Weiß bis Karminrot in den Findlingspark in Nochten im Kreis Görlitz – pünktlich zum Saisonstart am kommenden Mittwoch (15. März).

«Auch die Winterheide steht schon in der Blüte. Die Knospen der Tulpen und Narzissen schauen heraus. Der Park wird jeden Tag farbenfroher», sagt Hans Ulbrich, Geschäftsführer des 20 Hektar großen Landschaftsgartens südwestlich von Weißwasser.

Ulbrich begleitet den Findlingspark bereits seit über 20 Jahren. «Ich habe mich als Geologe, der selbst in Braunkohle gearbeitet hat, immer mit Findlingen beschäftigt», sagt der 76-Jährige. 7000 dieser steinernen Zeugen der Eiszeit haben im Findlingspark des Heidedorfs Nochten ein neues Zuhause gefunden.

Ungewöhnliche Stille liegt über der kargen Landschaft, in der Ferne steigen weiße Wolken aus den Kühltürmen des Kraftwerks Boxberg. An dem Ort, wo sich der Heide- und Steingarten erstreckt, klaffte vor Jahren ein riesiges Tagebauloch, 60 Meter tief. Von der Natur war nicht viel geblieben.

Zwischen 2000 und 2003 wurde der Braunkohletagebau rekultiviert. Knapp 15 Jahre später erfreuen nun über 2500 Gehölze, 50 000 Heidepflanzen und 150 000 Stauden die Besucher. Mehr als 1000 Arten sind zu sehen – vom seltenen Adonisröschen bis eben zum mediterranen Wildalpenveilchen.

«Es gibt zu jeder Jahreszeit einen neuen Blühhöhepunkt», sagt Ulbrich. «Das Besondere ist auch, dass man durch die künstlich angelegte Hügellandschaft immer etwas Neues entdecken kann.»

Im vergangenen Jahr kamen rund 60 000 Besucher. «In diesem Jahr wollen wir mehr Einheimische zu uns locken, denn nur noch die Hälfte der Gäste kommt aus der näheren Umgebung», sagt er. Besonders beliebt seien die Pflanzenbörsen, bei denen Hobbygärtner ihre Raritäten aus dem heimischen Garten mitbringen und verkaufen.

Eine neue Veranstaltung ist am 2. April das Tulpen- und Narzissenfest. An Ostern sind außerdem Familien in den Park zum Ostereiersuchen eingeladen. Beliebt ist bereits das Heidefest. Als zweites Standbein soll die Bustouristik ausgebaut werden. Schon jetzt nutzen den Findlingspark viele Tagestouristen aus Brandenburg, Berlin und Sachsen.

«Wichtig ist, den Park nicht nur zu erhalten, sondern ständig im Detail ein neues Gesicht zu geben», sagt Ulbrich. «Wie in jedem Jahr kommen auch 2017 wieder neue Pflanzen hinzu.» In der hauseigenen Gärtnerei stünden jetzt schon 120 Pflanzkästen, die ersten Samen seien bereits pikiert.

Insgesamt beschäftigt der Findlingspark, den ein Förderverein auf einer Fläche der Gemeinde Boxberg betreibt, in der Saison 20 Mitarbeiter. Sie freuen sich, dass nun wieder die Tore öffnen. „

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