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Nikolausgeschenke für Wohnungslose

Peter Großpietsch (r.) übergab am 6. Dezember jeweils 50 Schlafsäcke und Isomatten an Michael Schulz von der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie in der Mohnstraße 43. Foto: Una Giesecke Peter Großpietsch (r.) übergab am 6. Dezember jeweils 50 Schlafsäcke und Isomatten an Michael Schulz von der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie in der Mohnstraße 43. (Foto: Una Giesecke)

Dresden. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein, gibt Peter Großpietsch zu. „Doch wir wollen dazu beitragen, die Lage von Obdachlosen etwas zu entspannen. Und vielleicht regt diese bundesweite Nikolaustags-Hilfsaktion auch andere zum Helfen an.“ Der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Dresden & Kamenz übergab am 6. Dezember jeweils 50 Schlafsäcke und Isomatten an Michael Schulz, den Leiter der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie-Stadtmission.

Die Schlafsäcke der Marke Frilufts Cura im Stückwert von knapp 100 Euro halten Frost von bis zu 23 Grad ab. Globetrotter, Europas größter Händler für Outdoor-Ausrüstung, hat sie dem ASB-Bundesverband in Köln zu sehr günstigen Konditionen übergeben, der sie an 40 Gliederungen in ganz Deutschland verteilt hat, so auch in Dresden.

„Die Schlafsäcke sind eine große Hilfe für diejenigen, die ohne gesicherte Unterkunft draußen leben“, erklärt Michael Schulz. Wie viele es davon in Dresden gibt, könne man nicht mit Gewissheit sagen. „2016 hat unsere Einrichtung rund 600 Wohnungslose beraten und 500 weitere von Wohnungslosigkeit Bedrohte.“ Diese Menschen müssen zum Beispiel mit Räumungsklagen rechnen.

„Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt dramatisch“, erklärt ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch. „Viele Notunterkünfte sind überfüllt, es gibt oftmals nicht genug Plätze für alle Bedürftigen.“ Berlin sei mittlerweile Hauptstadt der Obdachlosen.

Dresden stellt für den bevorstehenden Winter 360 Betten in sieben Übergangswohnheimen zur Verfügung. Daneben bieten auch Vereine und freie Träger sowie die Kirchgemeinden in Nachtcafés Hilfe an.

Schuld an der Misere seien unter anderem steigende Mieten und fehlende Sozialwohnungen, meint Vincent Drews, Sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Für die Stadt muss diese Aktion heißen, zu überlegen, ob es nicht weitere Einrichtungen für die Unterbringung von wohnungslosen Menschen braucht. Deswegen erwarten wir mit Spannung und Ungeduld das lang angekündigte neue Wohnungsnotfallkonzept der Stadtverwaltung. Es wird Zeit, diesen überfälligen Prozess zu beginnen.“

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