Großes Kino in der Neustadt

Auch schon ein Hingucker während der Bauphase: die neue Fassade der Schauburg. Foto: Thessa Wolf
Auch schon ein Hingucker während der Bauphase: die neue Fassade der Schauburg. Foto: Thessa Wolf

Kino auf der Baustelle: Das ist anspruchsvoll, aber möglich. So handhabt man es derzeit in der Schauburg. Während in zwei Sälen von bald insgesamt fünf noch heftig gewerkelt
wird, lassen sich in dreien bereits Filme schauen. Dass dies derzeit nur wenige Dresdner machen, liegt aber weniger an den Arbeiten im Haus als vielmehr an den sommerlichen
Temperaturen. „Und an der Fußball-Weltmeisterschaft“, findet Stefan Ostertag, Geschäftsführer der Nickelodeon FTB Dresden. Wer dennoch schon mal
reingeschaut hat, weiß: Das Foyer sieht komplett anders aus – mit der moderen Theke, dem großzügigen Platz und den neuen bodentiefen Fensteröffnungen hin zum Bischofsweg.
Es sei eine große Herausforderung gewesen, dieses permanent überformte 90 Jahre alte Gebäude, schlecht saniert in den 1990er Jahren, innerhalb kurzer Zeit mit geringem
Budget umzubauen, sagt Hendrik Neumann von den G.N.b.h. Architekten. „Jetzt werden noch die beiden neuen Säle fertiggestellt, einer im Hof, der andere auf dem Dach.“

Fritz Lang jetzt in Grün

Also: Der historische Saal, der den Namen Sergio Leone trägt, wurde etwas aufgehübscht, über den Stück Lichtbänder eingesetzt und die Decke brandschutzmäßig getrimmt. Der FritzLang-Saal bekam ein angenehm grünes Ambiente und eine etwas größere Grundfläche, der Tarkowski-Saal strahlt jetzt in türkisem Blau. Die historische Wendeltreppe,
welche früher versteckt zum Bürotrakt führte, ist nun ein Deko-Element. Das eigentliche Aha-Erlebnis bekommen die Gäste jedoch ganz oben und ganz unten: Statt auf den Dachboden geht es demnächst in den Saal, der Arnulf Huyras gewidmet wurde, dem Erbauer und ersten Betreiber der Schauburg. Von dort schauen die Bauarbeiter über die neue
Fluchttreppe in den Hof, mitten hinein in den Charlie-Chaplin-Saal, beziehungsweise in den Rohling des späteren Kinosaals, von dem derzeit nur die Betonwände stehen. Allen Sälen – den drei bisherigen wie auch den beiden neuen – ist gemein: Es gibt bequeme Plätze mit großem Abstand dazwischen. Übrigens: Die alten Kinoessel haben schon längst ihre Abnehmer gefunden, etwa mit der Planwirtschaft oder dem Eventwerk. Einige wurden sogar in die Schweiz oder auch an die Nordsee verschickt. (Thessa Wolf)

Schauburg Dresden, 
Königsbrücker Str. 55, 01099 Dresden, 
www.schauburg-dresden.de

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