Neuer Rekord: „Rudern gegen Krebs“ 2018 so erfolgreich wie nie zuvor

Annett Wagner kämpft sich mit therapeutischem Yoga zurück ins Leben. Foto: Una Giesecke
Annett Wagner kämpft sich mit therapeutischem Yoga zurück ins Leben. Foto: Una Giesecke

Die bundesweit 100. Ausgabe der Regatta „Rudern gegen Krebs“ hat die Erwartungen der Organisatoren übertroffen: Bei der von der Stiftung Leben mit Krebs initiierten Benefiz-Sportveranstaltung starteten am 15. September vergangenen Jahres 103 Teams mit 412 Ruderern und sorgten für ein neues Rekordergebnis.

Darunter waren sechs Boote, in denen Krebspatienten um Platz und Sieg ruderten. Dank der von den Teams entrichteten Startgebühren und den wachsenden Sponsorengeldern hat sich der Erlös der Benefiz-Regatta erneut erhöht. Der Betrag geht an vier Institutionen, die damit Angebote für die Zeit während und nach der Krebstherapie finanzieren.

Ziele der Projekte sind eine bessere persönliche Bewältigung von Tumorerkrankung sowie ein Zuwachs an Lebensqualität. Als Projektkoordinator vor Ort leistete das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden einen großen Beitrag zur Organisation des Events. Ohne das Engagement des Sächsischen Elbe-Regattavereins und seiner Mitgliedsvereine könnte die Regatta jedoch nicht stattfinden. In Gegenwart von Sponsoren, Krebspatienten und Repräsentanten des Sonnenstrahl e.V. sowie des Uniklinikums übergab die Stiftung Leben mit Krebs am Dienstag
den Erlös der Jubiläumsregatta.

Alles für die Patienten

Brustkrebs, OP, Chemo – Annett Wagner hat das alles hinter sich. „Es gab Tage, wo ich mich kaum aufraffen konnte.“ Um aus diesem Loch herauszukommen, hat ihr Yoga geholfen. „Nach jeder Stunde kam ich unbeschwerter heraus, ich konnte mich mit anderen betroffenen Frauen austauschen.“ Ihren Lichtblick der Woche und Energie-Booster nennt sie diesen Nachsorge-Kurs für Krebspatientinnen. Speziell auf dieses Krankheitsbild geschulte Physiotherapeutinnen leiten ihn im Universitätsklinikum Dresden an. Das rezeptpflichtige Angebot ist kostenfrei und steht auch anderen gynäkologischen Tumorpatientinnen offen, um Begleitsymptome zu mildern. Keine Selbstverständlichkeit. 

34 000 Euro für verschiedene Projekte

Nur dank der Stiftung „Leben mit Krebs“ mit ihren vielen Sponsoren, darunter beispielsweise die Drogeriemarktkette dm, die Techniker Krankenkasse oder die Dresden International University, wurde dieser Schritt zurück ins Leben ermöglicht. Am Dienstag kamen sie alle im Yoga-Raum zur feierlichen Scheckübergabe von 34 500 Euro zusammen. 8 000 Euro davon gingen an den Sonnenstrahl e.V., der krebskranke Kinder und ihre Familien unterstützt. Unter dem Motto „Vom Behandeltwerden zum Handeln“ habe Kunsttherapeutin Uta Zimmer seit 2001 knapp 90 Kindern auf der Station bei der Überwindung des Schocks helfen können, betonte Vereinschefin Antje Herrmann dankbar.

Die restlichen 26 500 Euro fließen neben dem therapeutischen Yoga unter anderem in Ernährungskurse, in denen gemeinsam mit Kochpartner leckere, alltagstaugliche Rezepte zubereitet werden, um zur langfristigen Umstellung auf gesündere Kost zu ermutigen. „Ich esse jetzt viel weniger Fleisch und mehr Gemüse“, erzählt Annett Wagner. „Ich nehme mir mehr Zeit zum Kochen, um Fast Food zu vermeiden.“ Seit der Therapie achte sie viel bewusster auf ihr Ernährungs- und Konsumverhalten. „Ich kaufe mehr Bio- und Vollkorn- statt Weißmehlprodukte, weniger Fabrikzucker und gucke auf die Etiketten nach Geschmacksverstärkern. Was ich nicht kenne, stelle ich zurück ins Regal.“ 

Die dritte Säule auf ihrem Weg zur Bewältigung der Krankheit und zu mehr Lebensqualität sieht Annett Wagner in körperlicher Fitness. Seither versucht sie sich dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang auszupowern. „Entweder laufe ich draußen oder setz mich auf den Hometrainer.“ Bewegung reduziere bei Brustkrebspatientinnen nachweislich die Nebenwirkungen, bestätigt Friederike Stölzel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden. Dieses betreut das Programm „Aktiv in der Nachsorge“, wozu neben Bewegungsmotivation und Ernährungsberatung ab 2019 auch Raucherentwöhnung gehört.

Stefan Grünewald-Fischer (li.) von der Stiftung "Leben mit Krebs" übergibt 26 500 Euro aus dem Erlös der Benefizregatta 2018 "Rudern gegen Krebs" an den Medizinischen Vorstand des Dresdner Uniklinikums Professor Michael Albrecht. Foto: Una Giesecke
Stefan Grünewald-Fischer (li.) von der Stiftung „Leben mit Krebs“ übergibt 26 500 Euro aus dem Erlös der Benefizregatta 2018 „Rudern gegen Krebs“ an den Medizinischen Vorstand des Dresdner Uniklinikums Professor Michael Albrecht. Foto: Una Giesecke

Finanziert wird dies alles über den am 15. Januar überreichten Erlös der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“, zu der 2018 über 400 Wettkämpfer angetreten waren. Das nächste Rennen auf der Elbe findet am 14. September statt. Und sicher sitzen dann sogar wieder mehrere Patientinnen im Boot und kämpfen um ihren persönlichen Sieg über Brustkrebs, OP, Chemo. 

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