Diskussionen um Striezelmarkt-Schutz

Pflanzkörbe als Schutz für den Striezelmarkt? (Visualisierung: Vowisol)

Die Betonklötze am Altmarkt könnten 2020 verschwinden. Firmen aus der Region haben Ideen für neue Barrieren.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert will die Besucher von Großveranstaltungen in Dresden schützen. Als besonders gefährdet gilt der Striezelmarkt, da er weltweit bekannt ist und jedes Jahr viele Besucher anlockt. Im vergangenen Jahr scheiterte der OB mit seinen Plänen am Stadtrat, weil zu viel ungeklärt war.

Jetzt gibt es verschiedene neue Ideen, allerdings droht Hilbert zum zweiten Mal mit seinen Plänen zu scheitern, den bestmöglichen – aber sehr teuren – Schutz für den Striezelmarkt und andere Großveranstaltungen anzuschaffen. Aktuell will er von den Stadträten die Zustimmung, mobile Fahrzeugrückhaltesysteme für 550 000 Euro anzuschaffen. Doch der Finanzausschuss hat das Thema vertagt, weil noch zu viele Fragen offen sind. Ein Argument war auch die hohe Summe.

Den bestmöglichen Schutz mit Ästhetik vereint hat eine Firma aus Großerkmannsdorf. Das zumindest sagt Geschäftsführer Arian Vorwerk von Vowisol. „Durch die ganze Diskussion um Schutzelemente sind wir auf die Idee gekommen, Pflanzkübel zum Schutz zu entwickeln“, erklärt er. Diese sind jetzt fertig und in Münster zertifiziert worden. Vorwerk hat sein Modell dort testen lassen und es hat bestanden.

Die Kübel sind 2,6 Meter breit, 95 Zentimeter hoch und 1,27 Meter tief. Der Kern besteht aus einer Stahlwanne mit Stahlblechen, wiegt zehn Tonnen. Die Aluminiumschale, die von außen zu sehen ist, wiegt weitere 500 Kilo. Am Boden sind sie fest mit Antirutschmatten verbunden. „Das Gewicht hält einem Lasteraufprall stand“, sagt Vorwerk. Das wurde in Münster getestet. „Dazu fügen sich die Pflanzkübel ins Stadtbild ein.“ Die Aluabdeckungen können zudem individuell gestaltet werden. „Wir können das Stadtwappen, das Striezelmarktlogo oder einen Striezelmarktplan gestalten, wie gewünscht“, sagt Vorwerk. In die Kübel können Pflanzen, sie könnten aber auch als Podeste für Kunstwerke genutzt werden. Zudem verspricht die Firma, dass die Sicherheitsbarrieren wartungsfrei seien, nichts könne rosten. „Es gibt auch keine Stolperfallen, weil die Kübel frei stehen“, erklärt Vorwerk.

Nachdem der Finanzausschuss das Thema vertagt hatte, meldete sich kurz darauf Johannes Roßrucker zu Wort. Der Chef der sächsischen Sandsteinwerke in Pirna hat eine simple, zu Dresden passende und vergleichsweise günstige Lösung: Sandsteine, genauer Rohblöcke, die sein Unternehmen im Steinbruch gewinnt. „Es ist zwar eine etwas brachiale Lösung, aber die Rohblöcke sind nachhaltig, sehr massiv und halten Laster auf“, sagt Roßrucker. Sie könnten nach Dresden geliefert und nach dem Striezelmarkt wieder abgeholt werden. Dafür würde er den Transport, das Be- und Entladen berechnen. Nach erster Schätzung würden 20 große Blöcke benötigt. Kostenpunkt: rund 10 000 Euro. „Wir können sie auch gestalten, wie die Stadt es möchte“, bietet er an. Auch Pflanzkübel wären möglich. Er hat der Stadtverwaltung bereits ein Angebot gemacht. Allerdings entsprechen die Steine, ähnlich wie die großen Betonklötze, die den Striezelmarkt zunächst wieder absichern, nicht den aktuellsten Anforderungen zur Terrorabwehr. Deshalb hat die Stadt ihm geantwortet, dass der Schutz zertifiziert sein muss. Das müsse zuerst geklärt werden. Über das Angebot könnte OB Hilbert alleine entscheiden, weil unter 250 000 Euro keine Zustimmung der Räte nötig ist.

(DAWO)

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