DAWO!-Ratgeber: Sicher Rad fahren bei Eis und Schnee?

A snow-capped bike path and a partial view of a cyclist

Der Winterdienst für Radwege in Dresden steckt seit zwei Jahren im Konzeptstadium.

Auch bei Eis- und Schneeglätte wollen Autofahrer, dass es auf den Straßen reibungslos vorwärtsgeht. Doch nicht nur sie: „Jeder Verkehrsteilnehmer erwartet, im Winter bei Schneefall in einer angemessenen Zeit sicher von A nach B zu kommen“, stellt Prof. Dr. Thorsten Cypra von der Hochschule für Architektur und Wirtschaft in Saarbrücken fest.
Gerade in Städten sieht der Verkehrsexperte eine Verhaltensänderung: Die Verkehrsmittel werden flexibler gewählt. Vor allem der Radverkehr nimmt zu – gerade durch den Boom von E-Bikes und Pedelecs – und viele Kommunen arbeiten an neuen Mobilitätskonzepten, die eine weitere Zunahme nach sich ziehen könnten. Daher sollten Radfahrer auch im Winter sicher und komfortabel fahren können. Das bedeutet, dass die Straßenwinterdienste alle verkehrswichtigen Radwege in ihre Planungen aufnehmen müssen. Vom Winterdienst zugeschobene Spuren sollten eigentlich der Vergangenheit angehören.
Dresdens Stadtrat hatte im September 2017 beschlossen, dass die Verwaltung bis Dezember 2017 ein Konzept erarbeitet, wie außer dem betreuten Stück Elberadweg weitere Teile im Winterdienst berücksichtigt werden können. Gleiches forderten sie für die Nord-Süd-Verbindung zwischen Uni und Neustadt. Dafür fehlt aber laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain Geld.
Bis März 2018 sollte ein Konzept für den Winterdienst auf Radwegen vorgelegt werden. Ein Planungsbüro wurde auch beauftragt. „Ein Konzept liegt nunmehr vor und wird dem Stadtrat in Kürze zur Verfügung gestellt“, sagte Schmidt-Lamontain der Sächsischen Zeitung am 12. Dezember 2019. Allerdings werde es auch danach nicht vorangehen. „Die für die Weiterbearbeitung erforderliche Stelle, Ingenieur für Radwegeinstandsetzung, konnte trotz mehrmaliger Ausschreibung nicht besetzt werden“, so der Baubürgermeister. „Die Prüfung des Konzeptes, und insbesondere die Planungen zur Umsetzbarkeit, werden sich infolge fehlenden Personals weiter verzögern.“
Der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen der Stadt sei laut Schmidt-Lamontain zwar bereit, Radwege zu räumen. „Dies setzt aber eine Erhöhung des Personalbestandes und Anschaffung von Winterdienstfahrzeugen sowie die Erweiterung der Lagerkapazität an Streumaterial voraus.“
Auch wenn der Einsatz mechanischer Schneeräumung mit rotierenden Kehrbesen weit verbreitet ist, empfiehlt Professor Cypra das Versprühen von Salzlösung durch moderne Geräte. „Es ist effizient und umweltverträglich. Die Lösung kann punktgenau ausgebracht werden und sofort wirken.“
Der Einsatz von Auftausalz im Winterdienst sei, über den gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet, bei Weitem ökologischer als der Einsatz von Splitt oder abstumpfenden Stoffen, meint der Saarbrückener Professor. Ökobilanzstudien vergangener Jahre würden dies belegen. Verkehrssicherheit auf Radwegen ist zudem nicht mit Splitt herzustellen, denn die Gefahr des Wegrutschens sei für die Radfahrer viel zu groß. Auch auf den Straßen erhöht sich laut Cypra durch den Einsatz von Salzlösung oder Feuchtsalz die Sicherheit. (DAWO)

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