Radnetz-Ausbau in Dresden braucht mehr Schub

Immer mehr Dresdner nutzen das Fahrrad. // Foto: Konrad Krause

Unsicher Radwege sind Problemthema Nr. 2 bei den Dresdner*innen, gleich hinter zu hohen Mieten. Nur 17 Prozent zufrieden mit Radnetzentwicklung.

Radfahren liegt bei den Dresdner*innen nicht nur im Trend, auch die Bedingungen fürs Radfahren in ihrer Stadt werden den Elbestädtern immer wichtiger. Das zeigt die jüngste Kommunale Bürgerumfrage, deren Ergebnisse die Stadt vor kurzem veröffentlichte.

In der repräsentativen Umfrage, an der rund 6.100 Dresdnerinnen und Dresdner teilnahmen, gaben 21 Prozent der Befragten an, dass ein „verbesserungswürdiges Fahrradwegesystem“ das zurzeit zweitgrößte Problem in Dresden ist. Damit steht die Verbesserung des Radnetzes bei den Dresdner*innen ganz oben auf der kommunalpolitischen Agenda, nur knapp hinter zu hohen Mieten, die 24 Prozent der Befragten als größtes Problem der Stadt ankreuzten.

In der letzten kommunalen Umfrage vor zwei Jahren lag der „Problem-Wert“ Radnetz noch bei 10 Prozent und damit an fünfter Stelle, 2016 lag das Problem Radnetz an 15. Stelle.

Nur 17 Prozent zufrieden mit Dresdens Radnetz

Mit in dieses Bild passt die gemessene Zufriedenheit / Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Radnetzes in Sachsens Landeshauptstadt. Hier gaben lediglich 17 Prozent der Befragten an, sie seien damit zufrieden bzw. sehr zufrieden, ein vorletzter Platz in der Zufriedenheitsskala. Im Vergleich: Am zufriedensten sind die Dresdnerinnen und Dresdner genau wie 2018 mit der Entwicklung des Öffentlichen Nahverkehrs (79 Prozent).

„Die Umfrageergebnisse sprechen eine klare Sprache: Die Dresdner*innen wünschen sich ein besseres und dichteres Radwegenetz, eine Erkenntnis, die für Stadtrat, die Stadtverwaltung, Baubürgermeister und OB nicht neu ist“, erklärt Edwin Seifert, Geschäftsführer des ADFC Dresden und ergänzt: „Entscheidend ist jetzt, dass das zusätzlich in den Haushalt eingestellte Geld auch wirklich auf die Straße gebracht wird und die bisher geschaffenen und über die Stadt verstreuten Radverkehrsanlagen zu einem echten Netz verknüpft werden.“

Handlungsbedarf vor allem in der Neustadt

Handlungsbedarf, das zeigen die Umfrageergebnisse sehen die Dresdner*innen vor allem in der Äußeren und Inneren Neustadt mit 62 Prozent Unzufriedenheit, gefolgt von der Leipziger Vorstadt, westlicher Neustadt und Pieschen mit 60 Prozent, dem Stadtbezirk Klotzsche einschließlich der nördlichen Ortschaften mit 49 Prozent sowie dem Stadtbezirk Loschwitz mit Schönfeld-Weißig mit 45 Prozent (jeweils unzufrieden und sehr unzufrieden zusammengenommen).

„Die Zahlen zeigen es deutlich, es gibt noch viel zu tun für die Stadtverwaltung in Punkto Radverkehr. Da immer mehr Dresdner*innen aufs Rad steigen, erleben auch immer mehr Dresdner*innen die Mängel des Radnetzes in der Elbestadt live. Kein Wunder also dass im Vergleich zu 2018 die Unzufriedenheit gewachsen ist.“

Gleichwohl ist die Stadt in den letzten Jahren nicht untätig geblieben. Von 2007 bis 2019 wuchs das Radnetz aus Radwegen, gemeinsamen Fuß- und Radwegen sowie Radfahr- und Radschutzstreifen von 269,1 Kilometer auf insgesamt 328,9 Kilometer und damit um 22 Prozent (siehe Antwort auf Ratsanfrage AF0978/20).

„Zufrieden sind damit die Dresdner*innen aber nicht, das zeigt die Kommunale Bürgerumfrage“, hält der Geschäftsführer des ADFC Dresden fest. „Die Mängel des Dresdner Radnetzes sind bekannt. Sie stehen so gut wie alle im 2017 beschlossenen Radverkehrskonzept. Zwar hat die Umsetzung gerade im letzten Jahr deutlich Fahrt aufgenommen, doch der aktuelle Umsetzungsgrad von zwölf Prozent ist natürlich nicht befriedigend, weder für die Dresdner Radfahrer*innen noch für uns vom ADFC Dresden. Bleibt zu hoffen, dass jetzt die zuständigen Ämter gemeinsam mit Baubürgermeister Kühn an einem Strang ziehen und in einer Kraftanstrengung dem Ausbau der Radinfrastruktur in den nächsten beiden Jahren einen deutlichen Schub geben.“

Mehr Informationen finden Sie unter: www.adfc-dresden.de

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