Barock-Tinte: Erste Vitrinen für Museum gefüllt

Benjamin Venter freut sich, dass schon so viele Zeitzeugnisse für das kleine Barock-Museum im Barock-Eventpark auf der Emilienstraße zusammengekommen sind. Hier zeigt er zwei original befüllte Tintenfässchen aus den 1950er Jahren, gefüllt mit roter und grüner Tinte. Foto: Pönisch

Auf der Emilienstraße in Dresden, wo einst Barock-Tinte hergestellt wurde, soll ein kleines Museum an die Firma erinnern. Die ersten zwei Vitrinen mit Zeitzeugnissen sind bereits gefüllt.

„Wir hätten nie geglaubt, dass die Resonanz auf Ihren Beitrag so groß sein würde“, freut sich Benjamin Venter. „So viele Dresdner haben sich gemeldet und Gegenstände vorbeigebracht, das ist einfach unglaublich.“ Und so füllen sich die beiden Vitrinen im Treppenhaus der einstigen Tintenproduktion nun doch viel schneller als gedacht.

Neben kleinen gläsernen Fässchen mit farbiger Nachfülltinte für Filzstifte und Füllerpatronen erinnern auch original erhaltener, Jahrzehnte alter Büroleim, verschiedene Stempelkissen, tönerne Gefäße aus dem Produktionsprozess, diverse Schreibmaschinen-Farbbänder, alte Fotos, Urkunden, ein original erhaltenes Arbeitszeugnis von 1967 sowie etliche Werbeflyer für Messeauftritte an die einst traditionsreiche Firma zur Herstellung von Tinte, Stempelfarbe, Kohlepapier und all den Utensilien, die man halt so im DDR-Büro- und Schulalltag so brauchte.


„Der emotionalste Moment war jedoch der Besuch von Familie Hey“, sagt Benjamin Venter. Der Vater von Frau Hey war einst Elektriker im VEB Barock, die Familie lebte in der werkseigenen Wohnung und Frau Hey und ihre zwei Schwestern wurden quasi auf dem Werksgelände groß.
Emotional wird es aber auch, wenn zum Beispiel hochbetagte Senioren auf dem ehemaligen Betriebsgelände stehen und einfach nur von ihrem Berufsalltag im VEB Barock erzählen wollen.

Der Schriftzug soll wieder leuchten

Benjamin Venter und Torsten Meisel, die zusammen auf dem Areal der Emilienstraße 20 eigentlich ihren Barock-Eventpark mit 3D-Schwarzlicht-Minigolfanlage, Escape-Room und Miniflitzer-Verleih betreiben, wollen noch ein weiteres Stück Barock-Historie bewahren. „Eines Tages soll der erhalten gebliebene Schriftzug auf dem Gebäude wieder leuchten.“ Und erste Kontakte gibt es inzwischen auch mit der Dresdner Firma Octopus Fluids, die Inkjettinten, Solventtinten, Stempeltinten und andere technische Flüssigkeiten entwickeln und Tinten-Rezepturen kreieren und sich vorstellen können, eine kleine Barock-Edition wieder aufleben zu lassen.

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