Stadt startet Pilotprojekt zu Abfallvermeidung und Wiederverwertung

Dirk Schäfer, Bereichsleiter Arbeit im Verein Lebenshilfe Dresden, und Martin Seidel, Vorstand des SUFW, werden mit ihren Mitarbeitern künftig gut gebrauchte Dinge des Alltags vor dem Müllcontainer retten und wieder in den Wirtschaftskreislauf bringen. Foto: Pönisch

Wiederverwenden statt wegwerfen: Ab 1. Juni können Dresdner auf zwei Wertstoffhöfen gebrauchsfähige Güter und Elektro-Altgeräte abgeben. Die werden geprüft und aufgemöbelt und wieder in den Verwendungskreislauf gebracht.

Eigentlich ist die Kaffeemaschine viel zu schade für den Wertstoffhof. Sie funktioniert ja noch. Aber die neue steht schon in der Küche. Ebenso wie der neue Kühlschrank im Retroschick, für den die alte, aber noch funktionsfähige Kühlkombi leider weichen musste. Und wohin mit dem kleinen Schränkchen, der Lampe, dem Waffeleisen? Wohin also mit Dingen, die noch gangbar sind, viel zu schade für Wertstoffcontainer und Presse, aber eben nicht mehr gebraucht werden?

Die Antwort lautet: Ab damit auf die Wertstoffhöfe Friedrichstadt (Altonaer Straße 15) und Kaditz (Scharfenberger Straße 146). Ab 1. Juni stehen hier spezielle Container für eben jene gut erhaltenen Dinge, denen ein zweites Leben vergönnt sein sollte. Zwar sei es immer am besten, solche Gegenstände im Freundeskreis zu verschenken oder direkt beim Sozialen Möbeldienst abzugeben. „Aber spätestens auf dem Wertstoffhof ist nun noch mal die Gelegenheit, zu prüfen, ob die Dinge wirklich weggeworfen werden müssen“, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

Das Pilotprojekt „Separate Erfassung“ wird von der Stadtreinigung Dresden, dem Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden (SUFW) und der Lebenshilfe Dresden mit ihren „Inpuncto“Werkstätten umgesetzt und läuft zunächst bis Herbst 2023. „Danach werden wir wissen, wie hoch der Prozentsatz ist von ausrangierten Dingen, die tatsächlich eine zweite Chance bekommen“, sagt Jähnigen. Die Gesamtkosten des Pilotprojektes belaufen sich auf knapp 115.000 Euro. Rund 96.000 Euro der Projektkosten werden vom Sächsischen Umweltministerium beigesteuert.

Wo wird die separate Erfassung umgesetzt?

Auf dem Wertstoffhof Friedrichstad werden alle potenziell wieder verwendbaren Gebrauchsgüter, die sauber und funktionsfähig sind (Möbel, Lampen, Haushaltwaren) sowie Elektro-Altgeräte entgegengenommen.

Auf dem Wertstoffhof Kaditz werden ausschließlich wieder verwendbare Elektro-Altgeräte gesondert erfasst.

Was wird angenommen?

•        Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Geschirrspüler
•        Spüleinsätze, gerne auch mit Mischbatterie
•        Fahrräder in allen Größen
•        Roller, Dreiräder
•        Kinderspielzeug für drinnen und draußen
•        Fitnessgeräte
•        Garten- und Balkonmöbel, Sonnenschirme und Schirmhalter
•        Stühle für Ess- und Küchentisch und das Büro
•        Geschirr, Lampen, Bilder
•        hochwertige Unterhaltungselektronik
•        IT-Komponenten

Wo sind die aufbereiteten Güter erhältlich?

Sind die Gegenstände und Geräte geprüft und aufbereitet, übernehmen die Lebenshilfe im Sozialkaufhaus auf der Industriestraße 17, die Außenstelle in Gorbitz am Leutewitzer Ring 35 und in Prohlis auf der Finsterwalder Straße 41 den Verkauf. Ebenso das Sächsische Umschulungs- und Fortbildungswerk über die Inpuncto-Werkstätten. Inhaber des Dresden-Passes oder BaföG-Empfänger können Gebrauchsgegenstände gegen ein geringes Entgelt erhalten.

Wie man alten Schätzen ein zweites Leben ohne Umweg über den Wertstoffhof schenken kann oder wo man Hilfe beim Reparieren erhält, ist auf www.dresden/gebrauchtabergut nachzulesen.



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