André George setzt auf Handwerk, keine Backmischungen im „Emoi“

Emoi André George
Mit Kunden, Mitarbeitern und Geschäftsfreunden feierte André George am 13. November auf der Augsburger Straße das zehnjährige Bestehen seines „Emoi“ Foto: J. Rödiger

André George ist Bäcker und Konditor aus Leidenschaft. Nach vielen Stationen im Ausland übernahm er vor zehn Jahren eine Dresdner Bäckerei. Heute hat er zwei Läden „Emoi Patisserie & Café“ und feierte kürzlich Jubiläum.

Seine Kreationen heißen Aimée und Marlene, Noelle, Pascal und Charlotte, seine beiden Ladencafé „Emoi“ und wer jetzt an Frankreich denkt, liegt gar nicht so verkehrt. Schließlich holte sich André George sein kulinarisches Rüstzeug nicht nur in Belgien, Spanien, England, Mexiko, Singapur und Sri Lanka, sondern eben auch in Frankreich. Und als er 2012 auf der Kamenzer Straße die Bäckerei Claudius übernahm, da sollte es statt Streuselkuchen vor allem feinste Patisserie sein, die der damals 33-Jährige selbst so liebt.
Inzwischen sind zehn Jahre vergangen. Zum Geschäft in der Dresdner Neustadt kam 2015 ein zweites dazu in der Augsburger Straße.
Und neben feinsten handwerklich hergestellten Törtchen, Pralines und Torten – genau das versteht man unter dem Begriff Patisserie – finden sich auch Brot, Brötchen und Kuchenstücke, wie die Dresdner sie seit jeher kennen und lieben.

Leidenschaft fürs Backen in die Wiege gelegt

Die Leidenschaft fürs Bäckerhandwerk haben Andrés Eltern ihrem Sohn sozusagen in die Wiege gelegt. In den 1970er Jahren machten sich die Beiden mit ihrer eigenen Bäckerei in Meißen selbstständig „und ich wuchs quasi in der Backstube auf“. Wie das eben so üblich war früher in Handwerksfirmen.
Fünfzehn Jahre und einmal rund um den Globus hat es gebraucht, bis sich im Kopf des gebürtigen Meißners genügend verrückte Ideen angesammelt hatten, um endlich den großen Schritt zum eigenen Unternehmen zu wagen. Sein Credo heute: Backen mit Leidenschaft, aber komplett ohne Backmischungen, Konservierungsstoffe und sonstige Convenienceware. Dafür mit Produkten, die aus der Region stammen wie zum Beispiel die Milch vom Pfarrgut Taubenheim. Oder seine Käseprodukte, die von Bauer Steinert aus Cunnersdorf stammen. Der Wein wächst in Radebeul bei Winzer Frederic Fourré, der Kaffee kommt aus der Dresdner Rösterei Phoenix Coffee Roaster. Die Eier werden in Pirna und Großenhain gelegt, das Mehl wird in der Rätzemühle Spittwitz und der Dresdner Mühle gemahlen. Wein, Kaffee, Eier? Ja, denn die „Emoi“ sind längst nicht nur Bäckereien, sondern kleine, feine Café.


Zehn Jahre Emoi in der Neustadt


Im „Emoi“ auf der Kamenzer Straße gab es kürzlich wegen des zehnjährigen Jubiläums einen guten Grund zum Feiern. Neben Kunden und Mitarbeitenden waren auch Geschäftspartner eingeladen, die inzwischen gute Freunde sind wie der Radebeuler Winzer sowie die Chefs des „Restaurant Daniel“ und des „Raskolnikoff“. Die Feier fand aus Platzgründen im „Emoi“ auf der Augsburger Straße statt. Hier an den Wänden hängen derzeit Fotos als Direktdrucke auf Aludibond von Joachim Rödiger, die von der Dresdner Firma pixelfoto express gefertigt worden. Das „Emoi“ auf der Kamenzer Straße ist schon von Anfang an eine kleine „Kunstgalerie“ für Werke regionaler Künstler.
„Emoi“ bedeutet übrigens Aufregung oder Erregung. Mit Blick auf Arbeitskräfteimangel, im Wochenrhythmus steigende Lebensmittel- und Energiepreise ist dieser Name eigentlich passend. „Vor zehn Jahren habe ich daran allerdings nicht gedacht. Da stand das ‚Aufregend‘ für ein Lebensgefühl. Da habe ich noch nicht von Monat zu Monat gedacht. Aber ich bin optimistisch: Es kommen wieder bessere Zeiten“, sagt André George.

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