Sportplatz und Naturschutz: Geht das?

Blühwiese Naturschutz
Foto: pixabay

Auf städtischen Sportanlagen in Dresden gibt’s Flächen, die insektenfreundlich genutzt werden können. Jetzt liegt ein Konzept dafür vor.

Auf Sportplätzen wird Sport getrieben. So weit, so gut. Doch auf allen Sportplätzen gibt es ungenutzte Areale wie Rand- und Nebenflächen, die für sportliche Zwecke nicht geeignet sind. Könnten diese nicht irgendwie sinnvoll für den Naturschutz genutzt werden?
Genau das hat der städtische Sportstättenbetrieb zusammen mit dem Landesamt für Umwelt untersucht. „Biodiversität und nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung auf Sportanlagen“ heißt das Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das Leitfaden für alle Kommunen werden soll.

Viele Ideen und ein konkretes Beispiel Sportplatz Stuttgarter Straße

Wie bekommt man nun Naturschutz und Sportflächen zusammen? Ideen gibt es viele. Sie reichen vom Anpflanzen klimaangepasster Hecken und Bäume über das Ausbringen heimische Saatgutmischungen auf artenarmen Flächen und den Verzicht auf Herbizide, Fungizide und Insektizide sowie chemische Dünger bis hin zu Nistkästen für Vögel und Steinhaufen für Zauneidechsen auf Sportplätzen.
18 von 30 im Projekt untersuchten Dresdner Sportstätten weisen ein mittleres bis hohes Biodiversitätspotenzial auf. Der erste Standort, auf dem einige Maßnahmen umgesetzt werden, ist die Sportstätte Stuttgarter Straße. Hier kommen 40 standortgerechte und klimafeste Laub- und Obstgehölze als Streuobstwiese in die Erde, dazu Sträucher und Nadelbäume. Die Wiesensäume sind bereits angelegt. Nach und nach werden Zäune mit Kletterpflanzen begrünt und Hecken dienen künftig als Ballfang. Außerdem entstehen eine Trockenmauer, für die Betonplatten recycelt werden, ein naturnaher Spielbereich mit Sitzecke, ein Erdhügel, eine Sandfläche, Versickerungsmulden, ein Weidentipi sowie Nisthilfen für Brutvögel und Fledermäuse.

Projekt Bienen-Brücken und Erfassung von Wildbienen-Beständen

Auf den Sportstätten Stuttgarter Straße und Bärensteiner Straße wird gemeinsam mit dem Umweltzentrum Dresden das Projekt Bienen-Brücken-Bauen zum Schutz von Waldbienen umgesetzt. Neu angelegte Trittsteinbiotope sollen isolierte Lebensräume miteinander vernetzen, um Wildbienen mit ihrer geringen Flugreichweite unterstützen. Da es bislang nur lückenhafte Daten zur Verbreitung von Wildbienen in Dresden gibt, führt das Projekt auch gezielte Erfassungen durch. Bei ersten Untersuchungen konnte sogar schon eine neue Wildbienenart für Dresden nachgewiesen werden.

Wer sich aktiv beteiligen möchte, kann sich an Pflanzaktionen, Nistplatzgestaltungen oder Artenkenntnisschulungen beteiligen. Das Projekt lebt vom Engagement der Dresdner Bevölkerung. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter www.bienenbrueckenbauen.de

Die Kosten für das Projekt „Biodiversität auf Sportanlagen“ trägt der Freistaat, der städtische Eigenbetrieb gibt 6.500 Euro für Bäume und Pfähle dazu, um die Gehölze kümmern sich die Stadtgärtner.

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