
Wer sich Dresden auf der Autobahn nähert, sieht sie schon von weitem: die Briesnitzer Kirche. Einst errichtet auf einem Bergsporn rund 30 Meter über der Elbe, bietet der zweitälteste Sakralbau Dresdens grandiose Aussichten.
Elbaufwärts reicht der Blick vom Stadtzentrum bis ins Elbsandsteingebirges, elbabwärts in die Lößnitz und ins Meißener Land. Jetzt im April, wo die Tage länger werden, wird die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaute Kirche im wahrsten Sinne des Wortes wieder zur „Offenen Kirche“ . Denn bis Ende September stehen die Türen jeden Samstag von 18 bis 19 Uhr weit auf und wer sich geduldet, der kann zum Ende der Besuchszeit dem klangvollen Geläut der Glocken lauschen. Das Besondere aber an der samstäglichen Stunde ist die Möglichkeit, auf den Kirchturm zu steigen und die beeindruckende Landschaft aus der Vogelperspektive zu genießen.
Ein Aufstieg, der sich lohnt
Um auf die Aussichtplattform zu gelangen, betritt der Besucher zunächst die Turmhalle des Gotteshauses, das 1881/82 zu einer modernen Kirche im neugotischen Stil umgebaut worden war. Von hier aus geht es durch das Turmzimmer, wo ein Fragment des Flügelaltars aus dem Jahr 1447 zu finden ist. Weitere 40 Stufen höher befindet sich die Uhr-Etage mit einer moderneren Turmuhr um 1960 und einer kleinen Galerie an den Wänden mit Wissenswertem zur Baugeschichte der Kirche.
Letzte Station vor dem Rundumblick ist der Glockenraum mit dem Eichenholz-Glockenstuhl und den drei neuen Glocken. Die wurden in Lauchhammer gegossen, sind überwiegend von der Kirchgemeinde spendenfinanziert und wurden 2017 feierlich geweiht. Das alte Geläut aus Stahl war nämlich verschlissen. Es wurde im Ersten Weltkrieg montiert, weil die Bronze der historischen Briesnitzer Glocken aus dem 17. Jahrhundert für den Krieg eingeschmolzen worden waren. Mit den letzten Treppen stehen die Besucher dann endlich auf der Turmplattform.
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