Schlosspark Pillnitz verliert seine zweite Blutbuche

Schlosspark Pillnitz
Die zweite große Blutbuche am Rondell im Schlosspark musste in diesen Tagen alle Äste lassen, der Stamm wird demnächst gefällt. Foto: Schlösserland Sachsen

Wer in diesen Tagen den Pillnitzer Schlosspark besucht, dem wird die neue große Lücke an zentraler Stelle zunächst gar nicht auffallen. Denn ab Donnerstag (20.11.) funkelt und leuchtet es wieder überall im „Christmas Garden“, der strahlenden Lichtershow auf einem rund zwei Kilometer langen Rundweg. Doch wenn die vielen tausend Lichter und die vielen wunderschönen Figuren tagsüber ausgeschaltet sind, dann tut sich am zentralen Rondell, sozusagen am Eingang zur langen Maillebahn, eine schmerzliche Lücke auf. Denn nun steht dort gar keine Blutbuche mehr. Der erste der beiden 1895 gepflanzten Riesen, der an der Seite des Bergpalais, musste schon 2021 aufgrund massiver Schäden entfernt werden. Immerhin ist sein Torso in ein Kunstobjekt umgewandelt worden.

Auch die zweite Blutbuche ist nun Geschichte

Seit Anfang November steht nun auch der zweite Baumriese an der Seite des Wasserpalais als nackter Torso in der Lustgarten-Landschaft. Totholz und brüchige Kronenteile haben diese Entscheidung nötig gemacht, heißt es aus dem Staatsbetrieb Schlösserland Sachsen.
„Bereits 2015 fielen an dem Baum Schäden durch Sonnenbrand auf. Seit 2020 blieb die Baumkrone zunehmend lichter. Durch zunehmende Hitze und Trockenheit im Zuge des Klimawandels, wurde die Buche mehr und mehr geschwächt. Den Baum befielen daraufhin verschiedene Pilze, wie der Riesenporling, der Gemeine Spaltblättling, Trameten und Hallimasch“, zahlt Sprecherin Anita Radicke auf.

Rettungsmaßnahmen schlugen fehl

Um den Pilzbefall mit dem Riesenporling zu stoppen, wurde 2021 eine aufwändige Wurzelbehandlung vorgenommen. Experten legten mit einem Saugbagger der Wurzelraum frei. Ein natürlicher Feind des Riesenporlings, der speziell für diesen Zweck angezogene Trichoderma-Pilz, wurde eingesetzt. Die rund 2.000 Euro teure Behandlung konnte den Befall aber nicht aufhalten. Deshalb wurde in diesem Frühjahr der Bereich rund um die Blutbuche abgesperrt, weil Astabbrüche zu befürchtet waren. Anzeichen für einen Wiederaustrieb oder auch die Bildung einer Sekundärkrone gab es keine mehr. Zudem bescheinigte ein Baumgutachter am 3. November „hohe Bruchgefahr“. Die komplette Fällung des verbliebenen Baumstammes soll nun in den kommenden Monaten erfolgen.
Leider schlugen auch weitere Versuche fehl. Um einen möglichen Verlust der beiden Blutbuchen perspektivisch zu kompensieren, wurden mit Unterstützung des Forstbotanischen Gartens Tharandt bereit 2023, 2024 und 2025 junge Äste als Ableger genommen genommen. Die Triebe, die zu genetisch identischen Bäumen heranwachsen sollten, waren aber bereits zu geschwächt, die Nachzucht blieb daher erfolglos. „Wie genau mit dem Verlust der beiden für das Gartendenkmal prägenden Bäume nun umgegangen wird, muss noch entschieden werden“, heißt es in einer Mitteilung von Schlösserland Sachsen.