Wie viele Menschen werden im Jahr 2040 in Dresden leben? Das zu wissen ist von enormer Bedeutung mit Blick auf Wohnungsbau, Investitionen in Kitas und Schulen, den Bau neuer Pflege- und Betreuungseinrichtungen und die Gestaltung der Stadtteile.
Regelmäßig wirft daher die Kommunale Statistikstelle der Stadt einen Blick in die Zukunft, dieses Mal auf Basis des städtischen Melderegisters zum 30. Juni 2025. Allerdings weisen die Statistiker ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der Bevölkerungsprognose nicht um eine Vorhersage, sondern um eine sogenannte „Wenn-Dann-Aussage“ handelt. „Aufgrund zahlreicher gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und demografischer Einflussfaktoren sind die Unsicherheiten der langfristigen Bevölkerungsentwicklung insgesamt als sehr hoch einzuschätzen“, heißt es in der Prognose.
Bevölkerung wächst um knapp drei Prozent
Zunächst die Fakten, mit denen die Statistiker rechneten. Mitte letzten Jahres lebten 571.500 Personen in der Stadt. Die Geburtenrate je Frau betrugt zuletzt 1,1 Kinder, das Durchschnittsalter der Einwohner lag bei 43,7 Jahren.
In ihrer Annahme gehen die Experten davon aus, dass die Einwohnerzahl bis 2040 um rund 16.400 Personen auf etwa 587.900 steigen wird. Dies entspricht einem moderaten Wachstum von 2,9 Prozent. Sie rechnen dabei mit einer steigenden Geburtenrate auf 1,3 Kinder je Frau. Das wiederum hieße, dass im Jahr 2040 knapp 5.200 lebendgeborene Kinder zur Welt kommen (2025: 3.890 gebürtige Dresdner). Bis dahin wird sich allerdings aufgrund der Zahlen des letzten Jahres die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren um etwa 22 Prozent verringern. Bei den Senioren wiederum werden bis 2040 moderate Zuwächse erwartet. Die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen wird um zirka 3.500 Personen zunehmen, die Gruppe der 75- bis 84-Jährigen wird etwas stärker besetzt sein als heute und die Gruppe der 85-Jährigen und Älteren bei 26.700 Personen liegen. Die Zahl der Gestorbenen pro Jahr wird zunächst bis 2032 auf fast 6.500 zunehmen und danach altersstrukturbedingt wieder leicht sinken.
Alles zusammengefügt heißt das: Der Saldo zwischen Geborenen und Gestorbenen bleibt damit deutlich negativ und beträgt bis zum Jahr 2040 insgesamt 24.500 Personen.
Wieso kommt es dennoch zum Einwohnerwachstum?
Die Kommunalstatistiker rechnen mit einer Zuwanderung von etwa 41.000 Menschen. Zum einen, weil wegen Flucht und Asyl weiterhin Menschen nach Dresden kommen werden, wenn auch längst nicht mehr so viele wie in den vergangenen Jahren. Zum anderen, weil durch die Neuansiedlung von Firmen im Dresdner Norden, allen voran im Bereich Halbleiterindustrie, tausende neue Arbeitsplätze entstehen und Menschen aus dem In- und vor allem aus dem Ausland anziehen werden. Und da man davon ausgeht, dass viele von ihnen ihre Familie mitbringen, kommen die Statistiker auf die Zahl 41.000 und die Aussage, dass Dresden in den nächsten 15 Jahren auf 587.900 Einwohner anwachsen könnte.
Große Unterschiede in den Stadtteilen
Natürlich werden nicht alle Stadtteile wachsen. Die hohe Bautätigkeit sorgt in zentrumsnahen Stadtteilen wie Mickten (plus 22 Prozent), Pirnaische Vorstadt (plus 21 Prozent) und Friedrichstadt (plus 20 Prozent) schon bis 2035 für eine weiter stark wachsende Einwohnerzahl. Die höchsten Bevölkerungsrückgänge sind in diesem Zeitraum vor allem in Stadtteilen am Stadtrand zu erwarten. Besonders betroffen sind Loschwitz/Wachwitz (minus acht Prozent), Lockwitz sowie Hosterwitz/Pillnitz (jeweils minus sechs Prozent). Hauptursachen sind dort ein hohes Durchschnittsalter und geringe Geburtenzahlen
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