Rein rechnerisch rückten die Kameradinnen und Kameraden der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Einsatzkräfte des DRK und der Malteser im vergangenen Jahr pro Tag über 490 mal aus, in Summe waren es 179.051 Einsätze. Dazu gehörten die 92.935 Rettungswagenfahrten, 24.674 Einsätze von Notarztwagen, 365 Intensivtransporte und 51.058 qualifizierten Krankentransporte. Klingt gewaltig viel, bewegt sich aber laut Bürgermeister Jan Pratzka auf dem Niveau von 2024. Die Feuerwehr rückte 10.019 mal aus – neben Löschaufträgen auch zu 179 Verkehrsunfällen, 547 Ölspur-Beseitigungen und 74 ABC-Einsätzen.
Bomdenfunde und Großbrände
Prägend für die Jahresbilanz von Feuerwehr und Rettungsdienst waren allerdings einige außergewöhnliche Einsätze. Dazu gehören die beiden Bombenfunde an der Carolabrücke am 8. Januar und am 5. August. Mussten beim ersten Fund rund 10.000 Menschen evakuiert werden, waren es im August aufgrund des notwendigen Sicherheitsradius rund 17.000 – so viele wie noch nie zuvor bei einem Kampfmittelfund in Dresden. Weil bei beiden Evakuierungsmaßnahmen auch das Neue Rathaus im Sperrbereich lag und geräumt werden musste, übernahm die Feuerwehr zentrale Aufgaben in der Einsatzleitung, der Gefahrenabwehr, der Koordination sowie der logistischen Absicherung.
In besonderer Erinnerung bleiben dürfte den Rettungskräften der 6. Juni 2025. An jenem Tag brannte zunächst ein leerstehendes Gebäude auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs und dann ging die ehemalige Staatsoperette in Leuben in Flammen auf. Zu den gefährlichsten Einsätzen zählten aber auch wieder Wohnungsbrände (277), vor allem jene Dresden zu mehreren kritischen in mehrgeschossigen Gebäuden und Hochhäusern, bei denen Menschen in akute Lebensgefahr gerieten. So zum Beispiel am 15. Februar, als eine Wohnung in der 11. Etage eines Hochhauses in der Bundschuhstraße in Flammen stand und zwei Menschen starben. Am 23. Juli kam es zu einem weiteren schweren Wohnungsbrand am Albert-Wolf-Platz in der 15. Etage eines Hochhauses und am 11. Dezember an der Stauffenbergallee.
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr zwölf Großbrände (+3). Zur Bilanz gehören aber auch 1.790 Fehlalarme, darunter 1.120, die durch automatische Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. In 144 Fällen schlugen private Rauchmelder wegen Defekt oder leerer Batterien Alarm. Gerettet wurden bei Bränden 105 Personen, 57 wurden verletzt, drei Menschen starben in den Flammen.
Was die Rettungskräfte bewegt
Wenn Menschen den Notruf 112 wählen, befinden sich häufig in akuten Ausnahmesituationen. Immer öfter führt das allerdings dazu, dass Einsatzkräfte während ihrer Arbeit behindert, bedroht oder angegriffen werden. Auch im zurückliegenden Jahr kam es zu Aggressionen und Gewalt gegen sie, insbesondere im Rettungsdienst. Ein besonders gravierender Vorfall ereignete sich im Dezember in der Neustadt. Während eines Rettungseinsatzes kam es im Rettungswagen plötzlich zu einem massiven Gewaltausbruch eines Patienten. Die Besatzung musste sich in Sicherheit bringen und einen Notruf absetzen. Der Patient flüchtete aus dem Rettungswagen, entwendete medizinisches Equipment und beschädigte das Fahrzeug erheblich. Erst durch das Eingreifen der Polizei konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. „Respekt ist keine Einbahnstraße. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, muss akzeptieren, dass unsere Einsatzkräfte ihre Arbeit ohne Angst vor Bedrohung oder Gewalt verrichten können“, betont Dr. Michael Katzsch, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes.
Derzeit sind in Dresden 2.322 Kameraden im Einsatz – 38 weniger als im Vorjahr. 1.404 davon arbeiten ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr. In der Kinder- und Jugendfeuerwehr sind 442 Nachwuchskräfte aktiv.
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