Rund 200.000 Sachsen versorgen sich regelmäßig bei den örtlichen Tafeln mit Lebensmitteln. Die Tafeln – ins Sachsen gibt es unter Regie des Landesverbandes 45 solcher Einrichtungen – schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die ansonsten im Müll landen würden und verteilen diese an sozial sowie wirtschaftlich Benachteiligte und von Armut bedrohte Menschen – kostenlos oder zu einem geringen symbolischen finanziellen Betrag.
Allein in Dresden gibt es aktuell sechs Ausgabestellen in Mitte, Prohlis, Neustadt, Gorbitz, Pieschen und Friedrichstadt. Sie verteilen pro Jahr 2.500 Tonnen Lebensmittel und versorgen damit wöchentlich um die 5.000 Menschen.
Auf Sachsen bezogen sieht die Bilanz deutlich umfangreicher aus. So nahm der Landesverband 2025 insgesamt 1.162 Tonnen Großspenden über die Landeslogistik entgegengenommen, wobei ein Drittel aus zentral bereitgestellten Spenden des Bundesverbandes stammte und zwei Drittel vom Landesverband selbst akquiriert wurden. Hinzu kamen 64.000 Kilogramm aus dem sächsischen Spendenpool regionaler Tafeln, die oftmals aus Platzgründen einen Teil der von ihnen akquirierten Spenden dann an den Landesverband weitergeben. „Große Industriepartner unterstützen uns inzwischen zunehmend mit umfangreichen Warenspenden“, freut sich Landesvorsitzender Stephan Trutschler. So habe man zum Beispiel 709 Paletten Trockenwaren von NISSIN, 180 Paletten Trockenwaren der Wurzener Nährmittel und reichlich 155.000 Kilogramm Molkereiprodukte aus Leppersdorf erhalten. Davon wurden wiederum 654.000 Kilogramm per Abholung durch regionale Tafelfahrzeuge und weitere 198.000 Kilogramm durch Belieferungen des Landesverbandes verteilt, so dass insgesamt 852 Tonnen direkt an Einrichtungen im Freistaat ausgegeben werden konnten.
Knapp bei Kasse
„Trotz dieser hohen Leistungsfähigkeit war das Jahr 2025 aber auch geprägt von erheblichen Belastungen“, sagt Stephan Trutschler. „Der Verlust unserer langjährig genutzten Lagerflächen im Dresdner Ostragehege und der Umzug in das neue Logistikzentrum an der Saydaer Straße 3 brachten Kosten von rund 250.000 Euro mit sich. Wir mussten unter anderem neue Kühltechnik und entsprechenden Ausrüstungen kaufen und einbauen.“ Gleichzeitig stiegen zudem Energie-, Miet- und Transportkosten erheblich, während die strikten Förderrichtlinien des Freistaates es nicht ermöglichten, die vorhandenen Mittel für laufende Betriebs- und Logistikkosten zu verwenden. Auch größere Einzelspenden konnten diese strukturellen Defizite nicht dauerhaft auffangen, sodass der Landesverband dringender denn je auf Spenden angewiesen ist.
Hohe Spendenbereitschaft
Parallel dazu erlebte der Verband aber auch eine starke Welle der Solidarität aus Gesellschaft, Wirtschaft und Kommunen. „Die diesjährige EDEKA-Tafelaktion im Spätherbst, die analog zu den REWE-Tafeltütenaktionen lief, brachte hunderte prall gefüllte Lebensmitteltüten bei den regionalen Tafeln ein“, sagt Trutschler. „Auch die Lidl-Pfandspende ist immer wieder ein wichtiger und fast unverzichtbarer Unterstützer für uns.“ Mut machten ebenso viele Einzelaktionen. „So spendete der Dresdner Grünkohlkönig Wolfgang Schaller gemeinsam mit der Herkuleskeule 1.000 Euro aus seiner Matinee, das Radebeuler Unternehmen bestHEAT unterstützte die Tafel Radebeul mit einer Heizlösung im Wert von 1.150 Euro. Auch fast alle sächsischen Lions Clubs, die Rotarier und die Round Tabler seien langjährige zuverlässige Partner der jeweiligen Tafeln. „Ein besonders starkes Signal setzte die Argo Residential GmbH mit einer 20.000-Euro-Spende zur Eröffnung unseres neuen Logistikzentrums und auch der Vermieter überwies als Spende 24.000 Euro, die maßgeblich für die Anlaufkosten am neuen Standort eingesetzt wurden.“