DDR-Kunst im Robotron-Gelände beim Abriss beschädigt

Im Robotrongelände an der Lingnerallee weisen die wertvollen farbigen Bleiglasfenster im Treppenhaus des Atriums Spuren der Zerstörung auf. Foto: Martin Maleschka

Zersplittertes Glas, verbogene Bleifassungen, klaffende Löcher – bei den Entkernungsarbeiten im ehemaligen Robotrongelände an der Lingnerallee ging es wohl nicht zimperlich zu. Zuvor hatte das Netzwerk ostmodern noch den Investor aufgerufen, die wertvollen Bleiglasfenster im Atrium nicht zu zerstören. Immovation-Sprecher Michael Sobeck hatte sofort zugesichert, dass die Firma versuchen wolle, zwei Segmente von insgesamt 14 zu retten und dem Denkmalamt zur Einlagerung ins Lapidarium zu übergeben (DAWO! berichtete).
„Zumindest auf der abgebildeten Nordseite der Treppenhaus-Verglasung ist aber kaum mehr ein Segment auszumachen, das keine Schäden aufweist“, sagt Matthias Hahndorf vom Netzwerk und fürchtet, dass die Südseite ein ähnliches Bild bietet. „Ist es wirklich die beste Idee, ausgerechnet der Abbruchfirma die Rettungsmaßnahme der fragilen Fenster zu überlassen?“, fragt er und weiter: „Wieso hat das Landesdenkmalamt keinen Schutzstatus verhängt?“ Es gebe keine verbindlichen Auflagen zur Sicherung der Bleiglasfenster.
Darüber hinaus erhebt das Netzwerk den Vorwurf tragischen Kahlschlags unter den typologisch in Dresden einzigartigen Beispielen der DDR-Baukunst, zum Beispiel das Fernmeldeamt am Postplatz, der Pinguin-Pavillon im Zoo oder das ehemalige Howa-Kaufhaus an der Grunaer Straße.
Stadtsprecherin Anke Hoffmann bleibt beim Robotron-Beispiel, woran das Gegenteil deutlich wird: „Da keine denkmalschutzrechtlichen Belange bestehen, kann die Erhaltung nicht gefordert werden. Dennoch hat das Amt für Kultur und Denkmalschutz exemplarisch Teile der künstlerischen Ausstattung geborgen.“ Sie nennt: ein Brüstungselement Wellenverblender aus Meißner Keramik (Axel Magdeburg), einzelne Teile der Betonformsteinwand mit Glaselementen (Karl-Heinz Adler, Friedrich Kracht) von Nord- oder Südgiebels sowie zwei Vertikalachsen der im Hof freistehenden Betonformsteinwand (Gerhard Papstein, Günter Gera). Una Giesecke

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