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Kulturpalast Dresden kostet sieben Millionen mehr

Baustelle Kulturpalast Foto: Thessa Wolf

Dresdens Philharmonie wird zwar im Gegensatz zur Hamburger pünktlich fertig und bei Weitem nicht so teuer, aber ganz ohne Finanznachschlag geht es auch beim Kulturpalast nicht ab. 6,9 Millionen mehr muss die Stadt berappen. Damit bringt der Umbau des Gebäudes von 1969 zu Konzertsaal, Bibliothek und Kabarett nun 97 Millionen Euro auf die Waage.

Wegen heutiger Sicherheitsbestimmungen musste das Original-Geländer ab- und ein neues aufgebaut werden, was allein schon eine halbe Million Euro verschlingt. Andere Dinge waren wohl in der Planung noch nicht absehbar gewesen, jedenfalls müssen für Tischlerarbeiten 475.000 Euro, im Hochbau 320.000 Euro, zur Nachbesserung der Türsteuerung im Saal 300.000 Euro, für die Verfugung der Notentwässerung im Dach 280.000 Euro und für Malerarbeiten 110.000 Euro draufgelegt werden.

„Leider hat sich der Umbau in den vergangenen drei Monaten anders entwickelt als von mir erwartet“, teilte Projektmanager Axel Walther von der städtischen Immobiliengesellschaft KID mit. Er schiebt das Debakel auf zu geringe Mengenansätze in der Planungsphase.

Das Gros der Mehrkosten betrifft jedoch weitaus länger zurückliegende Arbeiten bei Abbruch, Rohbau und Technik. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann erklärte dazu: „Wir müssen schnell aufarbeiten, was die Kostenerhöhung so plötzlich verursacht hat.“ Grünen-Stadträtin Christiane Filius-Jehne kommentierte dies: „Vorjohann zieht die Mehrausgaben urplötzlich wie ein Kaninchen aus dem Zylinder. Transparenz sieht anders aus.“

Neben der Millionensumme nimmt sich die Etatkürzung um jeweils 250.000 Euro bei Zusatzausgaben der Philharmonie im Doppelhaushalt 2017/18 – weshalb Dirigent Kurt Sanderling medienwirksam erklärte, 2019 nicht zu verlängern – lächerlich aus. Doch während beim Kulturbudget die Decke in Dresden stets zu kurz scheint, wird im Bauwesen offenbar anders gerechnet. „Wir haben glücklicherweise Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer“, erklärte Vorjohann, wie er sowohl das 6,9-Millionen-Loch beim Kulti-Umbau als auch das 3,1-Millionen-Leck im Kulturkraftwerk zu stopfen gedenke.

Letzteres war in puncto Brandschutz, Denkmalauflagen und Bauverzugskosten extrateuer geworden, sodass die Stadt nun insgesamt 103,5 Millionen Euro für das neue Gelände von Staatsoperette, Theater Junge Generation, Heinrich-Schutz-Konservatorium und Musikhochschule ausgibt. Am 16./17. Dezember eröffnet es pünktlich mit einem Premieren-Feuerwerk.

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